Bobanschieber Kevin Kuske ist heiß auf die EM

MAZ – Bobanschieber Kevin Kuske vom SC Potsdam will Erfolg. Dafür hat der viermalige Olympiasieger jetzt zehn Kilo abgenommen und ist flink wie eh und je. Am Wochenende startet er bei der EM in Winterberg.

Kevin Kuske hat die Pfunde purzeln lassen. Bei dem Bob-Anschieber vom SC Potsdam ging es dabei nicht vordergründig um die guten Vorsätze für das neue Jahr, sondern es war sportliche Pflicht. „Ich fühle mich leicht wie eine Feder, seit ich zehn Kilo abgenommen habe“, sagt der viermalige Olympiasieger. Dabei bringt er immer noch 113 Kilo auf die Waage. „Aber ich trage diese Bleiweste nicht mehr, bin dadurch wieder spritziger geworden und schnell wie in meinen jüngeren Jahren“, darf der Ex-Sprinter schon ein bisschen mit dem Alter kokettieren.

Ziel ist das Podium

Denn vorige Woche wurde er 38 Jahre alt und ist nun mit Abstand der älteste Aktive im stark verjüngten deutschen Kader. „Aber nicht das Alter ist entscheidend, sondern die Leistung“, bestätigt Kuske und hat im Team seines Piloten Nico Walther (Oberbärenburg) einen festen Platz. Am Wochenende werden beim Weltcup in Winterberg gleichzeitig die Europameisterschaften ausgetragen. „Es wäre schön, mal wieder auf dem Podium zu landen“, gibt der Potsdamer zu, der auf eine stattliche Sammlung verweisen kann. Sechs Mal Gold, acht Mal Silber und sechs Mal Bronze holte er bisher bei kontinentalen Titelkämpfen. Die letzte Plakette – Bronze – datiert aus dem Jahr 2014.

Materialtests stehen im Vordergrund

Aber der Sportsoldat weiß, dass dies kein Selbstläufer ist. „Das ganze Paket muss stimmen“, sagt er. „Ich habe zuletzt mit Nico wenig für den Zweier trainieren können. Da müssen wir beide versuchen, unsere Power besser abgestimmt auf den Schlitten zu bringen. Außerdem sind wir immer noch bei Materialtests. Das ist in dieser Saison überhaupt das Wichtigste, auch im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele im nächsten Jahr.“

Doppelstart mit Zweier und Vierer

Kuske wird in Winterberg sowohl im Zweier als auch im Vierer starten. Am letzten Wochenende in Altenberg konnte der Sachse Walther auf seiner Hausbahn mit zwei sechsten Plätzen nicht an gewohnte Erfolge anknüpfen und war entsprechend unzufrieden. „Die Bahn in Winterberg fährt sich wieder ganz anders“, meint Kuske. Soll heißen, neues Spiel, neues Glück. Wobei er anerkennt: „Die beiden anderen deutschen Teams von Francesco Friedrich und Johannes Lochner sind schon sehr stark.“ Auch am Start nahmen sie in Altenberg dem Team Walther einiges an Zeit ab. „Diesen Abstand müssen wir bis zu den Weltmeisterschaften auf jeden Fall noch verkürzen“, fordert Kuske und hofft schon in Winterberg auf eine Steigerung.

Comeback für Schneider/Buckwitz

Froh, überhaupt wieder am Start zu sein, sind Stephanie Schneider und Lisa Buckwitz. Das Duo war gleich zum Weltcup-Auftakt in Whistler/Kanada gestürzt. Pilotin Schneider wurde danach an der Schulter operiert und peilt für Winterberg ihr Comeback an. „Es sieht ganz gut aus. Wir werden die Woche nutzen und schauen dann, was geht“, berichtet Anschieberin Buckwitz. EM-Bronze wie im Vorjahr sei aber utopisch. „Es kann auch sein, dass sich Steffi gleich am Start in den Bob setzen wird und ich sie dann mit anschiebe, um die Schulter noch zu schonen“, erzählt die Potsdamerin. „Unser Plan sieht so aus, dass wir Stück für Stück vorankommen. Das Ziel sind die Weltmeisterschaften Mitte Februar in Königssee.“ (von Peter Stein)