Olympia: Unser Bob-Trio wurde offiziell verabschiedet

In wenigen Tagen starten die drei Bobsportler des SC Potsdam in ihr Abenteuer „Olympische Winterspiele 2018 in PyeongChang“. Dabei machen sich Kevin Kuske, Christian Poser und Lisa-Marie Buckwitz angesichts ihrer starken bisherigen Ergebnisse im Weltcup berechtigte Hoffnungen auf Edelmetall. Am Dienstagabend wurden sie offiziell von Brandenburgs Sportministerin Britta Ernst, dem Vorsitzenden der Sporthilfe Brandenburg Wilfried Lausch, dem Präsidenten des Landessportbundes Brandenburg Wolfgang Neubert, Vereinsvertretern und den Medien bei einem Empfang im Restaurant „La Piadina“ im Holländischen Viertel verabschiedet.

Der Rahmen des kleinen gemütlichen Restaurants passte perfekt zum Anlass. Als „ein kleines feines Team für Pyeongchang“ titulierte Wilfried Lausch das Trio aus Brandenburg, das zum 153-köpfigen deutschen Aufgebot zählt.

„Wenn alles gut läuft, kommen alle drei mit einer Medaille wieder“, sagt Landestrainer Jörg Weber. Für Kevin Kuske sind es bereits die fünften Olympischen Spiele: „Ich werde es das erste Mal genießen“, sagt der 39-Jährige. Mit einer gewissen Lockerheit und Routine geht der viermalige Olympiasieger in die vier Rennen im Viererbob. „An sich ist es doch genau das gleiche wie in der Saison: es sind die gleichen Gegner, das gleiche Material, die gleichen Bobs.“ Und der ganze Rummel drumherum ist für den erfolgreichsten Bobanschieber der Welt auch nichts Ungewohntes mehr. Wie in der Weltcupsaison geht er mit seinem Piloten Nico Walther an den Start. Mit großer Freude will er in seine letzten Läufe seiner Profikarriere gehen. Nach den Olympischen Spielen ist Schluss.

Lisa-Marie Buckwitz hingegen erzählt, dass sie schon jetzt – drei Wochen vor dem ersten Start – hin und wieder im Training unruhig wird und nicht mehr ganz so gut schlafen kann. Für die 23-Jährige sind es die ersten Winterspiele. Am meisten freue sie sich auf das Olympische Dorf und darauf, die anderen Sportler kennen zu lernen. „Man kennt sie ja auch nur aus dem Fernsehen“, sagt die begeisterte Wintersportlerin. Ein Treffen mit den alpinen Skifahrerinnen Lindsey Vonn oder Mikaela Shiffrin würde sie besonders freuen. Auf ihren ersten eigenen Auftritt auf der großen olympischen Bühne ist sie gespannt: „Es sind viele Läufe, da kann jeder patzen. Ich denke, es wird tagesformabhängig sein, wie gut wir abschneiden.“ Die Bahn in Pyeongchang findet die ehemalige Siebenkämpferin „cool. Es macht echt Spaß dort zu fahren.“ Unter den Bobfahrern gilt der Eiskanal als anspruchsvoll – sowohl am Start als auch in der Bahn. Dass Lisa-Marie Buckwitz überraschend den Bob von Pilotin Mariama Jamanka anschiebt und nicht den von ihrer langjährigen Stammpilotin Stephanie Schneider, ist für sie kein Problem „Klar ist es schade, weil ich seit drei Jahren mit Stephi fahre und wir uns gemeinsam entwickelt haben, aber meine Chancen mit Mariama, die konstant fährt, sind auch nicht schlecht.“ Zwei Weltcups haben die beiden bestritten: ein dritter Platz und ein vierter Platz waren die Ausbeute. Die Schwierigkeit bei Olympia sieht Lisa-Marie Buckwitz eher noch auf der mentalen Seite: „Ich denke, wer mit dem Trubel der Olympischen Spiele am besten umgehen kann und vom Kopf her die vier Läufe am besten absolvieren kann, der wird am Ende eine Medaille gewinnen.“

Mit mindestens einer Medaille möchte auch Christian Poser wieder heimkommen. Der 31-Jährige startet sowohl im Zweier- als auch im Viererbob und hat damit das anspruchsvollste Programm der drei Potsdamer zu absolvieren. Bei seiner Olympiapremiere in Sotschi 2014 lief es für alle deutschen Bobs nicht gut, jetzt sieht er das deutsche Aufgebot wesentlich besser aufgestellt. „Im Viererbob sind wir auf jeden Fall dabei“, sagt Poser, der kurzfristig vom Walther-Bob in den Bob von Johannes Lochner wechseln musste. Es könnte sein, dass die beiden Potsdamer Kevin Kuske und Christian Poser die Goldmedaille im Vierer also unter sich ausmachen. Als Konkurrenten sieht Poser noch die Kanadier, Letten und Koreaner. Im Rennen der Zweierbob, das fünf Tage vor dem der Viererbobs stattfindet, sitzt der SC Potsdam-Athlet im Schlitten von Nico Walther.

Britta Ernst, die erst vor kurzem ihr Amt als Sportministerin im Land Brandenburg antrat, wunderte sich schon „Bobsport in Brandenburg – wie geht das denn?“ Doch bei einem Trainingsbesuch in Kienbaum vor wenigen Tagen wurde sie aufgeklärt und nun schickte sie drei Athleten am Dienstagabend mit den besten Wünschen nach Südkorea: „Sie können stolz auf sich sein und wir werden stolz auf sie werden. Nun liegt es an ihnen. Doch eines ist ihnen gewiss: Sie bereichern Brandenburg ungeheuer.“

 

Die Wettbewerbe unserer Bobsportler

Männer, Zweierbob       18./19. Februar
Frauen, Zweierbob         20./21. Februar
Männer, Viererbob        24./25. Februar