Pause zum Krafttanken – Kuske pausiert nach EM-Silber

MAZ – Eine Feier blieb aus. Der Potsdamer Bobanschieber Kevin Kuske hat die Silbermedaille bei der Viererbob-Europameisterschaft am Sonntag in Winterberg schnell abgehakt. „Wir sind nicht so glücklich“, sagt der 38-Jährige. Das liegt nicht daran, dass Kuske mit mittlerweile sechs Gold-, neun Silber- und sechs Bronzemedaillen bei Europameisterschaften eh schon reich dekoriert ist. Sondern daran, dass Pilot Nico Walther und Kuske mit dem EM-Wochenende nicht zufrieden waren.

Im Zweier war das Oberbärenburg/ Potsdam-Tandem am Samstag auf den 13. Rang des Weltcups gefahren. Das bedeutete Platz elf in der EM-Wertung. „Wir haben im Schneechaos die falsche Kufenwahl getroffen. Das ist eine Lotterie“, sagt Kuske. Die Kufe sei zu breit gewesen, das habe wegen des Schnees in der Bahn Zeit gekostet. „Aber auch der Start war sehr schlecht. Das sind Baustellen, die wir beheben müssen.“ Außerdem schadete der drohende Abbruch nach dem ersten Durchgang der Konzentration. „Wir haben uns beirren lassen.“

Im Vierer lief es dagegen besser. Der Prototyp des Berliner Instituts für Forschung und Entwicklung (FES) ist für die Bahn in Winterberg prädestiniert. Walther meldete sich nach dem vorangegangenen Frust- Wochenende mit zwei sechsten Plätzen auf seiner Heimbahn in Altenberg zurück und holte mit Silber die erste EM-Vierer-Medaille in seiner Karriere. „Ich hatte damit geliebäugelt, dass es im Vierer für eine Medaille reicht. Daher bin ich zufrieden“, so Walther.

„Wir müssen es aber schaffen, einen Bob für jede Bahn zu bauen“, sagt Kuske. Ideen gibt es einige. So wird etwa an der Beschaffenheit der Haube getüftelt. Das ist auch nötig. Am Wochenende dominierte Pilot Johannes Lochner mit dem Sieg im Vierer und Platz zwei im Zweier – jeweils auf Bobs des österreichischen Herstellers Wallner.

„Das sind derzeit die besten Schlitten im Feld“, räumt Kuske ein. Damit das nicht so bleibt, testet die Walther-Crew viel. „Ich habe in diesem Jahr so viele Testfahrten wie noch nie gemacht“, erzählt Kuske. Alles mit Blick auf Olympia 2018. Bis März soll feststehen, mit welchem Gefährt Walther die Olympischen Spiele angeht. Wegen der vielen Tests lässt Kuske den Weltcup am Wochenende in St. Moritz (Schweiz) aus. „Ich kriege eine Woche Luft, um fitter zu werden.“ Der einstige Sprinter wolle sich im Luftschiffhafen auf die Kraft fokussieren. Zwei Kilo Muskelmasse könne er ruhig zulegen. Beim Weltcup in Königssee Ende Januar steigt er wieder ein. Denn dort findet vom 17. bis 26. Februar die Weltmeisterschaft statt. Dann hat Kuske auch Lust zu feiern. (von Ronny Müller)