Bernhard Seifert bestreitet Saisonabschluss beim ISTAF

Am Wochenende war das Olympiastadion in Berlin wieder gut gefüllt, als zahlreiche internationale Topathleten auf der blauen Bahn die Zuschauer in Begeisterung versetzten. Bei der 76. Auflage des ISTAFs waren Weltmeister, Olympiasieger und Europameister am Start, welche sich spannende Titelkämpfe auslieferten. Auch der Potsdamer Speerwerfer Bernhard Seifert hatte die Chance sich vor den Augen von rund 50.000 Zuschauern zu behaupten.

Das Startfeld des Speerwurfs war schon auf dem Papier respekteinflößend, denn mit Johannes Vetter und Thomas Röhler waren ein Olympiasieger und ein Weltmeister vertreten, sowie die beiden Tschechien, die bei der diesjährigen WM Platz zwei und drei belegten. Jeder dieser Athleten warf dieses Jahr bereits über 90m oder knapp darunter und sie bilden somit eine unfassbar leistungsstarke Weltspitze. Diese Leistung konnte Johannes Vetter auch den Zuschauern von Berlin bieten, als der Speer auf unglaubliche 89,85m segelte. Auch wenn Bernhard Seifert an dieses Niveau momentan noch nicht herankommt hat er am Wochenende einen guten Abschluss der Saison bestritten. Er belegte in diesem schwierigen Feld Platz 6 mit stabilen 78,86m und kam mit nur 16cm Unterschied beachtlich nah an Petr Frydrych, den WM-Dritten von London, heran.

Rückblick für das Wurfteam Potsdam

Der Schützling von Trainer Burkhard Looks kann somit am Ende des Wettkampfes auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken. Zu Beginn bereits belegte er bei den Halleschen Werfertagen Platz eins mit 81,10m vor dem Dresdener Lars Hamann. Nachdem es dann es etwas holprig weiterging, da er von einer Fußverletzung gehemmt wurde, konnte er spätestens in Erfurt ein großes Ausrufezeichen setzen. Dort belegte der Athlet des SC Potsdam in der bekannt leistungsstarken Konkurrenz der deutschen Speerwerfer Platz 3 mit einer Bestleistung von 84,64m und verbesserte sich damit um über 2m. Dies bedeutete auch die Normerfüllung für die WM in London, nur musste er Andreas Hofmann den Vortritt lassen, da dieser eine SB von 88,79m vorweisen konnte. Nichts desto trotz hat er mit diesem Wurf Anschluss an die deutsche Spitze gefunden und wir sind gespannt was er nächstes Jahr erreichen wird.

Die Trainingsgruppe um Herr Looks kann aber auch noch drei Nachwuchstalente im Speerwurf vorweisen, die eine erfolgreiche Saison hinter sich haben. Zum einen Annika Marie Fuchs, die U23 Athletin, die dieses Jahr Platz 2 bei den U23 Deutschen Meisterschaften mit 50,57m, sowohl Platz 4 bei der Deutschen Meisterschaften in Erfurt mit 50,35m belegte. Die großen Weiten blieben dieses Jahr allerdings noch aus, da die technischen Unsicherheiten zu groß waren. Auch die beiden u-20 Athletinnen Elisabeth Postier und Isabell Heisig erzielten sehr gute Resultate. Mit 48,07m verbesserte sich Elisabeth Postier bei den Deutschen Meisterschaften in Ulm um 2 Meter und konnte an die deutsche Spitze mit einem starken 4. Platz anknüpfen. Sie hat damit gute Chancen auf eine zukünftige Bundeskaderzugehörigkeit. Auch Isabell Heisig überwarf dieses Jahr die 48 Meter-Marke mit 48,46m und steht damit auf Platz 4 der deutschen U-20-Bestenliste. Somit kann auch sie auf eine Bundeskaderzugehörigkeit hoffen.

Doch nicht nur die Trainingsgruppe Speerwurf blickt zufrieden zurück. Die Diskustrainingsgruppe um Jörg Schulte erzielte dieses Jahr für den SC Potsdam sogar zwei internationale Erfolge.

Durch Kristin Pudenz konnte die erfolgreiche Wettkampfsaison mit einer Gold-Medaille bei den Sommer-Universaden in Taipeh abgeschlossen werden. Sie warf sich mit starken 59,09m auf Platz eins und bestätigte damit nochmals ihre gute Form der Saison. Nachdem sie in Wiesbaden bereits zu Beginn mit einer neuen Bestleistung von 62,89m ein Ausrufezeichen setzte, gehörte auch sie zu den Normerfüllerinnen von London. Doch ähnlich, wie im Speerwurf der Männer besteht auch im Diskuswurf der Frauen eine enorm Leistungsstarke Konkurrenz und somit musste auch sie den anderen drei Diskuswerferinnen Nadine Müller, Julia Fischer und Anna Rüh den Vorrang lassen. Bei den deutschen Meisterschaften in Ulm belegte sie mit 58,72m Platz 5. Auch hier ist ihre individuelle Leistung hervorzuheben und wir gratulieren ihr für eine tolle Saison.

Auch die Jungs der Trainingsgruppe konnten dieses Jahr eine Menge zeigen. Mit Clemens Prüfer konnte die zweite internationale Medaille nach Hause geholt werden. Der Potsdamer konnte bei den U-23-Europameisterschaften in Bydgoszcz sein sehr gutes Leistungsniveau bestätigen und erzielte mit 60,08m den dritten Platz und damit die zweite internationale Medaille seiner Karriere. Bereits beim Werfercup in Wiesbaden warf er 62,04m und belegte Platz eins der U23-Konkurrenz. Bei den deutschen U23 Meisterschaften belegte er Platz eins mit 61,80m. Er konnte in dieser Saison außerdem seine Persönliche Bestleistung auf 62,48 m bei den Halleschen Werfertagen verbessern und steht damit auf Platz eins der deutschen U23-Bestenliste, sowie Platz 6 internationalen U23-Bestenliste.

Sein Bruder Henning Prüfer wurde zu Beginn des Jahres für die Europacup Challenge in Las Palmas nominiert und erreichte mit 57,04 Platz 6. Auch er konnte dieses Jahr bereits über die 60m-Marke werfen und erzielte in Wiesbaden mit 60,93m eine neue Bestleistung und Platz drei. Somit erfüllte er die Norm für die Teilnahme bei den U23- Europameisterschaften, jedoch war auch hier die Konkurrenz so stark, dass er nicht nominiert wurde. Bei den Deutschen U-23 Meisterschaften in Leverkusen belegte er Platz zwei mit 58,72m und bei den deutschen Meisterschaften in Erfurt Platz 9 mit 58,44m.

Eine weitere Trainingsgruppe des Wurfteams des SC Potsdam konnte diese Saison erfolgreich abschließen. Markus Münch, Athlet von Trainer Jürgen Schult, startete mit 63,78m in Wiesbaden gut in die Saison und erzielte weiterhin stabile Ergebnisse über 62m, sowohl einen Wurf über 63,53 beim Schönebecker SoleCup. Bei den deutschen Meisterschaften in Erfurt konnte er dann einen Medaillenplatz erringen und wurde mit 62,76m Dritter, hinter Robert Harting und Martin Wierig, den beiden WM-Teilnehmern.

Abschließend zusammengefasst war es eine erfolgreiche Saison für die Potsdamer Werfer mit internationalen Platzierungen, nationalen Platzierungen wie auch sehr guten Verbesserungen. Jetzt beginnt wieder das Aufbautraining für die nächste Saison und wir dürfen gespannt sein, was nächstes Jahr alles möglich ist.