Weltmeister Storl freut sich auf „K.o. durch die Kugel“

MAZ – Comeback für die Kugel. Nach einem Jahr Pause findet am 8. Februar die 2. Auflage des Internationalen Kugelstoß-Meetings „K.o. durch die Kugel“ in der Potsdamer MBS-Arena statt. Weltmeister David Storl freut sich darauf und noch mehr. Er wird Vater.

Nach einem Jahr Pause steigt am 8. Februar (19.30 Uhr) die zweite Auflage des Internationalen Meetings „K.o. durch die Kugel“ in der Potsdamer MBS-Arena. In dem Weltklassefeld der zehn Kugelstoßer gehört David Storl (26) vom SC DHfK Leipzig dazu. Der zweimalige Weltmeister und Olympia-Zweite von 2012 will nach dem enttäuschenden siebten Platz bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio in diesem Jahr wieder an alte Erfolge anknüpfen und wird zudem Vater.

Sie sind am vergangenen Wochenende mit 20,66 Metern bei den sächsischen Landesmeisterschaften in die Hallen-Saison gestartet. Wie bewerten Sie den Auftakt?

Das war mein erster Wettkampf nach langen Trainingswochen. Das ist immer was anderes, bei einem Wettkampf zu stoßen. Ich dachte schon, dass ich ein bisschen weiter komme. Die 21 Meter sollte ich eigentlich drauf haben. Aber wie gesagt, dies war mein erster Wettkampf seit langem. Ich habe mich auch sehr auf technische Dinge konzentriert und wollte nicht gleich voll losballern. Auf jeden Fall brauche ich jetzt einfach noch ein paar Wettkämpfe.

Wie geht es weiter?

Ich werde am Sonnabend beim 19.  Internationalen Hallen-Meeting wieder in Chemnitz starten. Dann folgt am 5. Februar das Kugelstoß-Meeting in meiner Heimatstadt Rochlitz. Dort bei meinem Heimatverein anzutreten, wo alles begann ist mir immer ein Herzenbedürfnis. Danach folgt der Start in Potsdam.

Das Meeting „K.o. durch die Kugel“ findet nach einem besonderen Modus statt. Wie der Name schon sagt, gibt es K.o.-Duelle zweier Stoßer, der Sieger zieht eine Runde weiter. Was halten Sie davon?

Nachdem ich vor zwei Jahren bei der Premiere wegen meiner Knieverletzung nur zuschauen konnte, will ich diesmal natürlich aktiv eingreifen. Das ist ein Wettkampf für die Zuschauer. Diese direkten Duelle Mann gegen Mann sind für das Publikum sicher interessant. Für mich als Sportler ist das ungewohnt, weil ich den Standard-Wettkampf mit den sechs Versuchen sozusagen verinnerlicht habe – auch von den Abläufen. Das wird bestimmt ein schöner Spaß und ist mal eine Abwechslung zu den anderen Wettkämpfen.

Es hat sich starke Konkurrenz angesagt – allen voran der zweimalige Hallen-Weltmeister Ryan Whiting aus den USA, der 2015 bei der Premiere in Potsdam gewann. Wie schätzen Sie die Gegner ein?

Was die anderen so drauf haben, wird man sehen. Ich schaue auf mich. Ich hoffe, meinem Start steht diesmal nichts im Wege.

Inwiefern?

Ich werde Vater. Der ursprünglich berechnete Geburtstermin wurde schon vom 9. auf den 2. Februar vorverlegt. Es kann also jeden Tag passieren. Ich kann das Handy nicht mehr lautlos schalten, schaue ständig drauf. Das ist schon ein spannende Sache. Ich will bei der Geburt im Krankenhaus unbedingt dabei sein. Meine Freundin, die ja schon eine Tochter in unsere Beziehung mitgebracht hat, und ich, wir freuen uns sehr darauf, dass unsere Familie größer wird.

Verraten Sie, was es wird?

Ein Junge hat sich angekündigt.

Also ein kleiner Kugelstoßer?

Das kann man jetzt noch nicht sagen, das ist spekulativ. Wir wollen ihm den Namen Jaro geben. Wir haben schon alles vorbereitet. Das Babybett, das Laufgitter – alles steht bereit.

Können Sie sich da noch auf das Kugelstoßen konzentrieren?

Ich gebe zu, es ist eine besondere Situation. Ich wohne jetzt seit November in Leipzig, habe meine Wohnung in Chemnitz aufgegeben. Zum Training fahre ich aber jeden Tag mit dem Auto von Leipzig nach Chemnitz und wieder zurück. Zum Glück wird die Straße immer besser ausgebaut, so brauche ich nicht mehr anderthalb Stunden wie früher, sondern nur eine Dreiviertelstunde bis eine Stunde, wenn ich schnell fahren kann. Das ist alles zu verkraften.

Da haben Sie ja Glück, dass die Deutschen Hallen-Meisterschaften Ende Februar bei Ihnen zu Hause in Leipzig stattfinden.

Ja, da kann ich mit dem Fahrrad anreisen. Ich fahre gerne mit dem Rad durch die Stadt. So ein Heimspiel ist immer was Besonderes.

Was macht Ihr lädiertes Knie?

Im Moment habe ich alles einigermaßen im Griff. Man muss sich damit arrangieren. Mal gibt es Schmerzen, mal nicht.

Welche Ziele haben Sie sich für 2017 gestellt?

Zunächst möchte ich eine gute Hallen-Saison angehen. Die Hallen-Europameisterschaften Anfang März bereite ich intensiv vor.

Werden Sie die Vaterfreuden beflügeln?

Das kann ich jetzt noch nicht einschätzen. Aber natürlich freue ich mich sehr darauf. Ich bin gespannt, wie die Vaterrolle mein Leben verändert.

Von Peter Stein

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