Potsdam tritt beim Köpenicker SC an

Seit die Volleyballerinnen des SC Potsdam in der Bundesliga spielen, gelten die Derbys gegen den Köpenicker SC als besondere Schmäckerchen.

Von dem Spiel sind alle infiziert – auch oder gerade wegen ein oder zwei Personalien. Aber die Punkte sind ja eh schon vergeben – oder, Herr Dröger?

Auf das Derby gegen den Köpenicker SC freuen sich alle Spielerinnen inklusive der Trainer des SC Potsdam und die Fans sowieso. Coach Alberto Salomoni, der vor Jahren auch mal in der Köpenicker Halle unter Vertrag stand, geht das vor dem erneuten Duell am Sonnabend (18 Uhr, Sporthalle Hämmerlingstraße) kaum anders.

Wie das unter guten Nachbarn so üblich ist, hatten sich beide Mannschaften in der Saisonvorbereitung öfters einen Besuch abgestattet, gab es diverse Testspiele. „Aber das ist nun kein Maßstab mehr“, will Salomoni die Trainingsbegegnungen vor dem erneuten Kurztrip in den Berliner Osten nicht überbewerten.Vielmehr warnt der Italiener: „Der KSC ist eine ganz andere Mannschaft gegenüber dem Vorjahr. Sie haben sich deutlich verstärkt.“ Das wiederum hätten bereits die Testpartien gezeigt. Unterstrichen wird diese Einschätzung vom jüngsten 3:2-Erfolg der Hauptstädterinnen gegen Stuttgart. „Das zeigt nur, wie ausgeglichen die Liga in dieser Saison besetzt ist“, meint Potsdams Trainer.

Und erklärtes Saisonziel der Berlinerinnen von Trainer Benedikt Frank und seinem Assistenten Björn Matthes, ehemaliger Spieler der Netzhoppers KW-Bestensee, ist es, endlich mal in die Playoffs zu gelangen. Das also zu schaffen, was den Potsdamerinnen sowohl 2013 als auch 2014 gelang und für die Saison 2014/15 ebenso als Priorität eins gilt.

Nicht uninteressant dürfte zudem die Personalie von Nadja Schaus sein. Die routinierte Spielerin, die in der Vorsaison noch beim USC Münster aufschlug, weilte im Sommer eine Zeit lang in Potsdam, um sich fit zu halten. Letztendlich heuerte die 29-Jährige beim „Erzrivalen“ an und nimmt dort in der Außen-Annahme-Position die Rolle der Ex-Potsdamerin Patricia Grohmann ein, die vom Verein freigestellt wurde.

Nähere Ausführungen will KSC-Manager Sven Dröger zum „Fall Grohmann“ derzeit nicht machen. „Sie spielt in dieser Saison nicht für den Verein“, so der Manager, der sich dennoch auf das Derby freut und vorab scherzt: „Die Punkte sind ja schon vergeben.“

Auf die Frage warum, meint Dröger: „Weil in den letzten beiden Spielzeiten der Gastgeber des Derbys immer verloren hat.“ Ergo wäre Potsdam diesmal wieder dankbarer Empfänger von Gastgeschenken. Im Ernst fügt der Köpenicker Manager noch hinzu: „Ich erwarte ein spannendes Spiel vor einer großen Kulisse.“ Denn die Derby-Stimmung wird immer auch ein wenig von den Rängen beeinflusst.

Beim SC Potsdam dürfte Ivonee Montano ihren Saisoneinstand geben. Die noch 18 Jahre junge Kolumbianerin, die erst am Wochenende in der Havelstadt eintraf, hinterließ beim Training in dieser Woche einen starken Eindruck. Salomoni, der noch um den Einsatz von Mittelblockerin Kathy Radzuweit nach einer Handverletzung bangt, urteilt über die Diagonalangreiferin: „Montano ist eine sehr athletische Spielerin. Sie wird unseren Angriff verbessern und unser Spiel variabler machen.“ Das Derby wäre die perfekte Gelegenheit für ein gelungenes Debüt der Südamerikanerin.

(Von Peter Stein)

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