Brandenburgerin Pia Kästner spielt bei der WM

Pia Kästner hat derzeit mit der deutschen Volleyball-Nationalmannschaft viel Spaß bei der Weltmeisterschaft in Japan. Bei Offensiv Eisenhüttenstadt begann einst ihre Karriere.

Yokohama. „Das ist hier alles mega aufregend. Das habe ich noch nicht erlebt und lässt sich mit nichts vergleichen“, schwärmt Pia Kästner geradezu von ihrer WM-Premiere. Volleyball ist in Japan Nationalsport, die Begeisterung der Fans riesig. Der Olympia-Gastgeber von 2020 ist in den letzten 20 Jahren das vierte Mal Ausrichter einer Frauen-WM, die ja nur alle vier Jahre stattfindet.

Nun ist Pia Kästner, die aus Eisenhüttenstadt stammt, mittendrin in der Volleyball-Euphorie. Mit ihren gerade mal 20 Jahren ist sie die Jüngste im Team, das ohnehin mit einem Durchschnittsalter von 25 Jahren eine sehr junge Mannschaft ist. Bundestrainer Felix Koslowski – im Verein Coach beim Rekordmeister Schweriner SC – hat den Generationenwechsel mit neun WM-Neulingen eingeleitet. Pia Kästner ist hinter der erfahrenen Schwerinerin Denise Hanke die zweite Zuspielerin, aber so ein WM-Turnier braucht und fordert alle. Zuletzt beim 3:0-Sieg gegen Kamerun und beim 3:0 am Montag gegen Argentinien bekam auch Pia Kästner ihre Einsatzzeiten.

Sehr gute Stimmung in der Mannschaft

„Die Stimmung in der Mannschaft ist sehr gut, wir verstehen uns alle prima. Auch für mich als Neuling gibt es da immer wieder Anknüpfungspunkte“, erzählt Pia Kästner, die zum Beispiel mit der Ex-Potsdamerin Kimberly Drewniok beim VC Olympia Berlin spielte oder mit Jana-Franziska Poll aktuell im Verein bei Allianz MTV Stuttgart.Mit fünf, sechs Jahren begann Pia Kästner bei der VSG Offensiv Eisenhüttenstadt mit dem Volleyball. „Meine beste Freundin hat mich dorthin gebracht. Ihr Cousin war Trainer“, berichtet sie. Ab der 10. Klasse ging sie auf das Sportinternat zum VC Olympia nach Berlin. „Dort konnte ich mich Stück für Stück entwickeln, ging es von der Regionalliga bis in die Bundesliga“, berichtet Pia Kästner vom Aufstieg. Im Vorjahr wechselte sie nach dem Abitur nach Stuttgart, wurde mit dem Verein Vizemeister. Auch dort ist sie zwar nominell die Nummer zwei auf der Zuspielposition, aber Pia Kästner sieht sich da bestens aufgehoben. Zumal ihr Freund Corbin Balster gleich um die Ecke beim Bundesligisten Bühl spielt.

Von Spiel zu Spiel schauen

Obwohl sie in der Jugend in Auswahlteams öfters für den SC Potsdam aufschlug, führte ihr Weg nicht zum Brandenburger Erstligisten. Wenn sie mit den Stuttgarterinnen wieder in Potsdam spielt, werden ihre Eltern und Geschwister das Nesthäkchen der Familie anfeuern. „Auf jeden Fall streben wir in der neuen Saison die Meisterschaft an“, nennt Pia Kästner das große Ziel.Wie weit es nun mit der Nationalmannschaft bei der WM gehen soll, da bleibt die Jüngste vorsichtig: „Wir schauen von Spiel zu Spiel. Die nächste Runde wollen wir auf jeden Fall schaffen.“ Platz vier reicht in der Sechser-Vorrundengruppe zum Weiterkommen. Am Mittwoch geht es gegen Mexiko weiter.

Von Peter Stein MAZ