Die Angst überwunden: Potsdam gewinnt mit 3:1 gegen Köpenick

Mit 3:1 bezwang der SC Potsdam am Samstagabend vor 1.072 Zuschauern in der heimischen MBS-Arena den Köpenicker SC im Brandenburg-Berlin-Derby.

Die Potsdamerinnen hatten damit nicht nur drei Punkte gewonnen, sondern auch wieder jede Menge Selbstbewusstsein.

„Es war ein schwieriges Spiel“, sagte SC Potsdams Trainer Alberto Salomoni nach der Partie. „Die Angst, wieder eine Klatsche, wie gegen Aachen zu bekommen, war groß. Glückwunsch an meine Mannschaft, dass sie ihre Angst überwunden hat.“

Und wahrlich war die Anspannung im Potsdamer Team groß. Nach dem guten Spiel in Dresden wollten Kathy Radzuweit und Co. auch zu Hause zeigen, dass sie in die Playoffs gehören. Das Betreuerteam und die Fans mussten einige Male kurz zittern, aber am Ende sprangen mit dem 3:1 die erhofften drei Punkte heraus.

Alberto Salomoni begann mit Giulia Carraro (Zuspiel), Kathy Radzuweit (Mittelblock), Lisa Gründing (Mittelblock), Nikola Radosova (Außen), Seomara Sainz (Außen), Michala Kvapilová (Diagonal) und Lisa Rühl (Libera). Bernarda Cutuk (Mittelblock) sowie Jessica Rivero (Außenbandriss im rechten Fuß) fielen verletzungsbedingt aus und konnten sich das Spiel nur von außen angucken.

Die Anfangsphase war von Nervosität geprägt. Die ersten vier Punkte verschenkte der SC Potsdam durch eigene Fehler. Doch auch Köpenick blieb nicht fehlerlos, sodass es ein ausgeglichener Satz war. Zu den technischen Auszeiten führte zunächst Potsdam knapp mit 8:7, dann Köpenick mit 16:15. Beim 24:21 verpasste es Michala Kvapilová mit einem Angriff ins Aus, den Durchgang mit dem ersten Satzball zuzumachen. Ein Aufschlagfehler auf Köpenicker Seite ließ den SC jedoch wenige Sekunden später über das 25:22 jubeln.

Im zweiten Satz lief es nicht gut für die Gastgeberinnen. Schnell gerieten sie ins Hintertreffen. Beim 14:18 nahm Alberto Salomoni seine zweite Auszeit und rüttelte die Mannschaft noch einmal wach. Dies zeigte auch kurz Wirkung – bis zum 17:19 kämpften sich die Potsdamerinnen wieder heran. Doch damit war dann Schluss, die Berlinerinnen ließen sich den Satz nicht mehr nehmen und gewannen diesen mit 25:20. Erstaunlich war, dass der Köpenicker SC den Satz trotz sieben Aufschlagfehlern für sich entscheiden konnte.

Der dritte Durchgang war eine klare Angelegenheit für den SC Potsdam. Einzig beim 15:13 kam das Team von Trainer Benedikt Frank auf zwei Punkte heran. Dann zogen die Gastgeberinnen wieder auf 18:13 davon. Eine tolle Aufschlagserie von Lisa Gründing, inklusive einem Ass, erhöhte von 20:14 auf 24:14. Am Ende sprach auch das deutliche Satzergebnis von 25:15 für den SCP.

Im vierten Satz durchlebten Fans und Trainerteam eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle. Um drei Punkte zu gewinnen, musste Potsdam diesen Satz gewinnen. Und so tanzte Trainer Alberto Salomoni bei der ersten Führung von 6:5 an der Außenlinie. Das 7:5 wurde mit Freudensprüngen der Auswechselspieler gefeiert. Doch wieder glich Köpenick aus und zog mit 8:7 vorbei. Bis zum 17:16 war es ein Hin und Her. Dann konnte sich die Salomoni-Truppe wieder leicht mit 20:16 absetzen. Köpenick bot allerdings Paroli und holte zum 20:19 auf. Ein Hammerangriff von Seomara Sainz, die anschließend auch zur wertvollsten Spielerin geehrt wurde, läutete mit 21:19 den Endspurt ein. Dieser fand mit einem ins Aus geschlagenen Ball von Köpenick dann auch beim 25:22 seinen Schlusspunkt. Potsdam tanzte auf dem Parkett und freute sich über den ersten Sieg nach vier verlorenen Spielen.

Als wertvollste Spielerin wurde neben Seomara Sainz, Köpenicks Zuspielerin Ann-Marie Knauf gewählt. Sainz, die zur laufenden Saison als erste mexikanische Volleyballspielerin nach Europa zum SC Potsdam gewechselt war, freute sich nach dem Spiel: „Ich bin überglücklich. Mein Angriff war am Anfang des Spiels nicht so gut, aber das Timing mit Zuspielerin Giulia wurde immer besser. Wir müssen noch viel arbeiten, aber ich fühle mich sehr wohl und es macht Spaß, hier zu spielen.“

Der SC Potsdam steht damit weiterhin auf dem 5. Tabellenplatz und muss am Mittwoch beim Tabellenvorletzten in Suhl ran. Auch dort ist ein Sieg Pflicht, um die direkte Playoff-Qualifikation nicht aus den Augen zu verlieren.

Am Sonntag, den 18. Januar, spielt der SC Potsdam dann bereits um 16.00 Uhr wieder zu Hause gegen den VT Aurubis Hamburg.