Kleiner Befreiungsschlag gegen Aachen

MAZ – Endlich einmal haben die Volleyballerinnen des SC Potsdam über den Kampf zum Spiel gefunden. Trotz der 2:3-Niederlage gegen Aachen gab es zum Rückrunden-Auftakt ein paar Lichtblicke.

Die Volleyballerinnen des SC Potsdam leben noch. Nach einer kämpferischen und spielerischen Steigerung unterlagen sie am Freitagabend vor 816 Zuschauern in der MBS-Arena den Ladies in Black Aachen knapp mit 2:3 (22:25, 26:24, 19:25, 25:21, 13:15). Nach den zuletzt schwachen und berechtigter weise hart kritisierten Leistungen zeigten die Gastgeberinnen zumindest teilweise, dass sie in der Bundesliga mit jedem Gegner mithalten können und wurden dafür wenigstens mit einem Punktgewinn belohnt.

Trainer Davide Carli hatte nach der enttäuschenden Hinrunde mit nur drei Siegen und sechs Niederlagen für den Auftakt der Rückrunde Konsequenzen angekündigt und Veränderungen im Kader. So brachte er diesmal von Anbeginn Ljubica Kecman auf der Außen-Annahme-Position statt ihrer serbischen Landsfrau Natasa Cikiriz. Damit wollte der Coach vor allem die Annahme stabilisieren. Doch wieder stellten sich die Potsdamerinnen zu Beginn aufgrund vieler Eigenfehler ein Bein, allein sechs Aufschläge wurden im ersten Satz verballert. Indiskutabel. Umso erstaunlicher war, dass der SC den Satz lange offen hielt bis zum 17:17. Dann enteilten die Gäste auf drei Punkte und gaben die Führung nicht mehr ab.

Ann-Marie Knauf überzeugt im Zuspiel und beim Aufschlag

Im zweiten Durchgang wechselte Carli beim Stand von 5:10 im Zuspiel Ann-Marie Knauf für die abermals zu unsichere Denise Imoudu ein. Potsdam lag bereits mit 12:20 zurück, ehe eine nicht mehr für möglich gehaltene Aufholjagd einsetzte, zumal Aachens Trainerin Saskia van Hintum in Anbetracht der sicheren Führung ebenfalls ihre Stammzuspielerin Britt Bongarts ausgewechselt hatte. Die Gastgeber holten – nun frenetisch angefeuert von ihren Fans – Punkt für Punkt auf. Knauf überlistete die gegnerische Abwehr mit zwei Aufschlags-Assen in Folge. Beim 17:20 bestand wieder Tuchfühlung, doch die Gäste hielten dagegen. Potsdam drohte beim 18:23 der zweite Satzverlust, gab aber nicht auf und gewann dank cleverer Bälle von Marta Drpa noch mit 26:24.

Das Momentum im Tiebreak nicht genutzt

Auf einmal schien wieder alles möglich. Doch Saskia van Hintum brachte die Ladies in Black wieder auf Kurs und beherrschte mit ihrem Team den dritten Satz nach schneller deutlicher Führung (10:5) am Ende mit 25:19.

Nun war Carli gefordert und begann in Durchgang vier wieder mit Knauf im Zuspiel. Auch Antonia Stautz zeigte bei ihrer Rückkehr, wie wichtig sie für die Mannschaft sein kann. Trotz einer 8:4- und 11:7-Führung kam keine Sicherheit ins Spiel. Aachen glich immer wieder aus bis zum 19:19. Dann zog der SC davon und Drpa machte den Punkt zum 25:21. Dieses Momentum konnten die Gastgeberinnen im Tiebreak aber nicht nutzen. Schnell lagen sie 0:3 zurück und liefen diesem Rückstand bis zum Ende hinterher. 13:15 ging der entscheidende fünfte Satz verloren.

Trotzdem resümierte Carli nach über zwei Stunden Spielzeit: „Insgesamt habe ich viele positive Dinge gesehen. Wir haben kleine Fortschritte gemacht. Die Mannschaft hat eine Reaktion gezeigt. Aber in den wichtigen Momenten haben wir die Kontrolle verloren.“

Von Peter Stein