Lisa Rühl beendet ihre Karriere

Eigentlich wollte Libera Lisa Rühl in der kommenden Saison noch einmal mit dem SC Potsdam angreifen und um eine Medaille in der Volleyball-Bundesliga kämpfen, erstmals ins Halbfinale einziehen. Doch daraus wird nun nichts. Die 27-Jährige ist schwanger, erwartet ihr erstes Kind Anfang Dezember und beendet damit ihre Volleyballkarriere nach sieben Jahren beim SC Potsdam. „Natürlich ist es traurig, dass Lisa Rühl nun nicht mehr zur Verfügung steht“, sagt Sportdirektor Toni Rieger. „Sie war in den vergangenen Jahren das Gesicht der Mannschaft und hat in der vergangenen Saison als Kapitänin einen tollen Job gemacht. Aber wir freuen uns natürlich mit ihr über den Nachwuchs und wünschen ihr alles Gute.“

Nach sieben Jahren beim SC Potsdam übergibt die gebürtige Dessauerin, die 2010 vom damaligen Ligakonkurrenten VT aurubis Hamburg in die brandenburgische Landeshauptstadt kam, den Staffelstab an die fast zehn Jahre jüngere Libera Sophie Dreblow. Vier Jahre lang bildeten Lisa und Sophie das Duo auf der Libera-Position beim Vorjahresvierten. „Ich habe immer versucht, ihr zu helfen, ihr viel mit auf den Weg zu geben“, sagt Lisa Rühl zur Zusammenarbeit mit dem Potsdamer Talent, das nun die Nummer 1 in der Abwehr sein wird. „Es war immer ein gutes Arbeiten mit ihr. Sie hat viel Talent und wird ihre Sache gut machen“, so Lisa Rühl. „Ich freue mich auf die neue Herausforderung“, sagt die 18-jährige Sophie Dreblow, die bereits im April ihren Vertrag in Potsdam verlängerte.

Für Lisa Rühl bleiben viele schöne Momente in Erinnerung: „Ich habe alle Höhen und Tiefen miterlebt. Das letzte Spiel in der vergangenen Saison hat quasi beides miteinander vereint: Wir hätten es erstmalig in der Vereinsgeschichte schaffen können, ins Halbfinale einzuziehen. Es war eine gigantische Stimmung in der Halle. Es hat riesig Spaß gemacht, vor so großem Publikum zu spielen. Leider haben wir es nicht geschafft.“ Ganz besonders schwärmt die langjährige Stammlibera vom Team der vergangenen Saison: „Das Team war echt ein Highlight in meiner Laufbahn. Anfangs dachte ich, oh man, so viele junge Spielerinnen, mal schauen, wie es wird. Aber es war klasse. Zudem durfte ich Kapitänin sein, was für mich eine sehr schöne Herausforderung war.“

Mit Lisa Gründing hat Lisa Rühl nicht nur eine gute Mitspielerin und Zimmergenossin bei Auswärtsspielen gehabt, es hat sich eine enge Freundschaft entwickelt. „Sie wird mich mit großer Sicherheit weiterhin auf dem Laufenden halten. Außerdem werde ich so oft es geht in der Halle sein und zuschauen. Ich wünsche den Mädels, dass sie noch einen Schritt weitergehen können und das Halbfinale dieses Mal erreichen. Voraussetzung ist, dass alle gesund und verletzungsfrei bleiben. Ich drücke die Daumen.“