Michala Kvapilová verstärkt den SC Potsdam

Michala Kvapilová mag die weißen Tiger daheim im Zoo von Liberec, ebenso die gleichnamige Eishockey-Mannschaft des tschechischen Vizemeisters Bili Tygri Liberec. Auch die Volleyballerin ist am hohen Netz immer wie ein Tiger auf dem Sprung.

Potsdam/ MAZ. 3,15 Meter schafft sie als Schlaghöhe. Aus dem Stand springt die 1,80 Meter große Außen-Annahme-Spielerin 65 Zentimeter hoch. „Mein Angriff ist die stärkste Waffe, die Annahme ist solide“, sagt die 32-fache tschechische Nationalspielerin Michala Kvapilová, die nun für zwei Jahre das rote Trikot des Bundesligisten SC Potsdam trägt.

Es ist ihr erstes Gastspiel im Ausland, nachdem sie zuletzt drei Jahre beim tschechischen Vizemeister Olympic Prag aufschlug. Letzte Saison war die 24-Jährige eine Topscorerin der ersten Liga im Nachbarland. Für Potsdams Trainer Alberto Salomoni ist die Tschechin eine Wunschspielerin, eine, die sein Team verstärken und voranbringen soll. In der neu zu formierenden jungen Mannschaften kommt ihr eine Führungsrolle zu. Dafür bringt sie genug Erfahrung mit, wenngleich Michala Kvapilová feststellt: „Ich komme nach Deutschland, weil die Bundesliga stärker als die tschechische Liga ist. Ich will mich weiterentwickeln. Das ist der nächste Schritt.“

Von ihrer Landsfrau Nikol Sajdova, die Mittelblockerin hat den SC nach drei Jahren verlassen und spielt nun für Vizemeister Vilsbiburg, hat sie viel über Potsdam und den SC erfahren. Von Sajdova wird sie auch die Trikotnummer 4 übernehmen. Als Michala Kvapilová im Juli zum Probetraining in der Stadt weilte, hat sie sich sogleich für die brandenburgische Landeshaupstadt begeistert. „Das viele Grün gefällt mir“, erzählt die Frau mit den blauen Augen und dem langen blonden Haar. Mit Mitspielerin Lisa Gründing lebt sie künftig in einer WG.

Dass die Tschechin nach ersten Versuchen im Schwimmen und in der Leichtathletik mit zehn Jahren zum Volleyball kam, wurde ihr in die Wiege gelegt. Denn Vater Jan und Mutter Katerina spielten ebenfalls Volleyball. Der Papa verdingte sich sogar als Profi in Belgien und gehörte ebenso der tschechischen Nationalmannschaft an. Auch Michalas jüngere Schwester Tereza (19) frönt dem Beachvolleyball. Mittlerweile sind die Eltern in Liberec als Lehrer tätig. Der Vater im Sport, die Mutter unterrichtet Informatik und Deutsch. Die Tochter indes ist der deutschen Sprache noch nicht mächtig, allerdings wird unter Salomoni im Training ohnehin meist Englisch gesprochen.

„Das ist kein Problem für mich“, meint die Außenangreiferin, die zuletzt in Prag nebenher noch Ökonomie studierte. Das wird nun etwas schwieriger. Auf jeden Fall will sie möglichst rasch Deutsch lernen. Helfen kann ihr dabei sicherlich auch Nikola Radosova. Die Slowakin kennt Michala Kvapilová schon aus zahlreichen Nachbarschaftsduellen mit der Landesauswahl.

Vermissen wird die Tschechin in Potsdam die Berge. Denn auf dem gut 1000 Meter hohen Hausberg von Liberec, den Jested mit dem unverwechselbaren Kegelturm auf dem Gipfel, hat die Sportlerin mit dem Snowboard schon viele rasante Abfahrten unternommen. Sie zeigt sich ohnehin sehr sportinteressiert, ist mit ihrem Freund Jan oft mit dem Fahrrad unterwegs. Denn der Liebste hat sich dem Triathlon verschrieben, zählt zur tschechischen Spitze auf der Ironman-Distanz. Von ihm trägt sie auch ein weißes Freundschaftsband mit lauter Herzen am rechten Handgelenk. Dazu kommt noch ein rosafarbenes mit stilisierten Bärenköpfen. Denn „Mischa“ (übersetzt Bär) ist ihr Kosename, so wird sie künftig von ihren Potsdamer Mitspielerinnen gerufen. Vielleicht schenkt ihr ja bald jemand ein Band mit dem Tiger.

Von Peter Stein (MAZ)

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