Zuspielerin Denise Imoudu auf Mission in Afrika

MAZ – Ein Herz für Kinder hat Denise Imoudu auf jeden Fall. Die Volleyballerin vom Bundesligisten SC Potsdam weilte mit ihrem Vater in dessen einstiger Heimat Nigeria. Dort wurde auch ein kleines Volleyballtraining für Kinder durchgeführt.

Wenngleich die ersten Trainingseinheiten bei Volleyballerin Denise Imoudu vom SC Potsdam in dieser Woche für ein wenig Muskelkater gesorgt haben, so ist sie jenseits von Afrika in Gedanken noch immer ein bisschen auf dem schwarzen Kontinent. Denn sie weilte für zwei Wochen in der Heimat ihres Vaters, der aus Lagos in Nigeria stammt. „Diese Reise hatte ich mir schon lange vorgenommen. Nun war es endlich so weit. Es war alles sehr beeindruckend für mich“, erzählt die 21-Jährige.

Ihr Vater Marcus Imoudu, der einst in der DDR studiert hatte und nun als Ingenieur und Projektleiter bei einer Stahlbaufirma arbeitet, lebt mit Mutter Bettina, einer Deutschen, in Schwedt. Nun zeigte der 59-Jährige seinen beiden Kindern – Denise hat noch einen Bruder Melvin (18), der als Schwimmer an der Sportschule in Potsdam ist – seine Heimatstadt Lagos. Natürlich wurden auch Tanten und Onkels besucht – der Vater hat acht Geschwister.

„In der Großfamilie, mein Vater hat auch noch Geschwister in Australien oder Großbritannien, wurden wir sehr herzlich aufgenommen“, erzählt Denise Imoudu, deren Name soviel wie Löwenherz bedeutet. Eine große Kämpferin ist die Zuspielerin beim Volleyball auf jeden Fall, die seit 2016 beim SC Potsdam die Bälle verteilt.

Die Frau mit dem Löwenherzen

Dass sie auch ein großes Herz hat, zeigte Denise Imoudu in Lagos, wo sie ein kleines Volleyball-Camp für einheimische Kinder organisierte. „Das war einerseits total toll, andererseits auch sehr bedrückend für mich. Wir haben auf einem Betonplatz gespielt. Turnschuhe hatten die Kinder kaum, eher einfache Latschen oder waren gar barfuß. Von Knieschonern ganz zu schweigen. Ich hatte aber vorher ein bisschen gesammelt und so ein paar Kleidungsstücke mitgebracht. Der SC Potsdam hat dazu Volleybälle gespendet“, berichtet die Bundesligaspielerin. „Wir mussten zwar viel improvisieren, aber die Kinder zwischen zehn und 16 Jahren haben begeistert alle Übungen mitgemacht.“

In einer fremden Welt

Denise Imoudu weiß, dass ihre Hilfe nur ein bescheidener Beitrag war angesichts der sozialen Schwierigkeiten in der 18-Millionen-Einwohner-Metropole am Atlantik. „Da merkt man erst, wie gut es einem geht. Unsere Probleme sind dann keine mehr. Ich habe eine andere Sicht auf die Welt bekommen“, sagt die Nationalspielerin, die in Schwedt geboren wurde und über den VC Olympia Berlin, dort ging sie mit 13 Jahren an die Sportschule, den Schweriner SC und VT Aurubis Hamburg zum SC Potsdam kam. „Die Reise war sehr anstrengend, zugleich aber sehr beeindruckend. Man macht sich ja so seine Vorstellungen, aber die Realität war doch ganz anders als erwartet. Es war eine fremde Welt für mich, trotzdem interessant zu erfahren, wo mein Vater herkommt. Es sind ja die Wurzeln unserer Familie.“

Ihr Vater, der mit Mutter Bettina auch regelmäßig bei den Bundesligaspielen der Tochter in der MBS-Arena zuschaut, habe bei Heimatbesuchen schon öfters Sportprojekte unterstützt. „Das werde ich auf jeden Fall auch fortsetzen“, hat sich Denise Imoudu fest vorgenommen.

Von Peter Stein

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