Seit dem Jahr 2022 gibt es beim SC Potsdam einen Sozialfonds. Dieser beschäftigt sich mit der Förderung von Sport-Talenten aus einem finanzschwachen Umfeld. Denn nicht alle Athletinnen und Athleten verfügen über die finanziellen Mittel, um den Aufwand für die sportliche Endwicklung zu stemmen – nicht einmal mit der Unterstützung des Elternhauses. Damit solche Talente dem Sport nicht verlorengehen, gibt es den SCP-Sozialfonds. Rico Freimuth, der Vorstandsvorsitzende des SC Potsdam, erklärt im Interview, was es damit auf sich hat.
Herr Freimuth, den SCP-Sozialfonds gibt es jetzt seit drei Jahren. Was ist bisher mit den Mitteln geschehen?
Rico Freimuth: Seit der Einführung konnten wir mit dem Sozialfonds eine Reihe von Mitgliedern des SC Potsdam e.V. gezielt unterstützen, die sich Sport ohne diese Hilfe nicht hätten weiter leisten können. Dabei ging es um ganz unterschiedliche Szenarien, von Zuschüssen für Sportkleidung und Sportgeräte über Fahrten zu Trainingslagern und Wettkämpfen bis hin zu Beitragszuschüssen innerhalb unseres Vereins. Jede Unterstützung wurde gemäß den Vergaberichtlinien geprüft und durch das Präsidium beschlossen.
Wie groß ist die Nachfrage nach finanziellen Mitteln?
Freimuth: Die Nachfrage ist kontinuierlich vorhanden, vor allem bei Familien mit Kindern und Jugendlichen, aber auch bei Menschen mit Behinderungen, älteren Mitgliedern oder Menschen mit Transfereinkommen. Viele stoßen trotz staatlicher Förderprogramme, wie dem Teilhabepaket, an finanzielle Grenzen. Genau hier greift unser Fonds unterstützend ein, also dort, wo andere Hilfen nicht ausreichen.
Wie funktioniert der Sozialfonds? Wer genau soll davon profitieren und wie geschieht das in der Praxis?
Freimuth: Förderberechtigt sind Mitglieder des SC Potsdam e.V., die die Kosten für ihre sportliche Teilhabe nicht aus eigenen Mitteln und trotz Nutzung anderer Fördermöglichkeiten tragen können. Anträge können formlos über Übungsleiter oder Abteilungsleiter gestellt werden. Diese leiten die Anträge an den Vorstand weiter, der sie dem Präsidium als Vergabegremium vorlegt. Die Entscheidung erfolgt nach Prüfung durch Beschluss mit einfacher Mehrheit.
Woher kommen die Gelder für den SCP-Sozialfonds?
Freimuth: Der Fonds speist sich aus zusätzlichen Spenden, die zweckgebunden für diese Unterstützung eingesetzt werden. Spenden kommen sowohl von Privatpersonen als auch von Unternehmen, die sich für das soziale Miteinander im Sport engagieren. Erst kürzlich konnten wir dank einer großzügigen Zuwendung (deren Spenderin oder Spender anonym bleiben möchte) den Fonds weiter stärken. Über die Verwendung der Mittel wird jährlich auf dem Delegiertentag berichtet.
Wie wichtig ist die Unterstützung durch einen Sozialfonds in der heutigen Zeit aus Ihrer Sicht?
Freimuth: Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen machen es vielen Menschen zunehmend schwerer, Sport im Verein auszuüben. Dabei ist Sport nicht nur gesundheitsfördernd, sondern stärkt Gemeinschaft, Integration und das Zugehörigkeitsgefühl. Der Sozialfonds stellt sicher, dass niemand aus finanziellen Gründen ausgeschlossen wird und er lebt von der Solidarität vieler Unterstützerinnen und Unterstützer, die oft ganz still im Hintergrund wirken.
Weitere Infos zu den Vergaberichtlinien des Sozialfonds gibt es hier. Weitere Nachrichten aus den verschiedenen Abteilungen des SC Potsdam gibt es hier.
Foto: Rico Freimuth, Vorstandsvorsitzender des SC Potsdam e.V. (Bildquelle: Kathleen Friedrich)