D. Levi auf Medaillenkurs

„Bei der Bob-WM in Altenberg fährt das Duo Nolte/Levi in eine gute Position
für die Entscheidung an diesem Samstag – Franke will Friedrich ärgern

Potsdam. Nicht optimal, aber gut verlief der Start in die Bob-WM für Deborah Levi. Die Anschieberin des SC Potsdam lag am Freitag mit der Winterberger Pilotin Laura Nolte in Altenberg nach den ersten zwei von vier Läufen auf Platz drei. Die Entscheidung fällt an diesem Samstag (16.20 Uhr/live im ZDF).

Schneller als Nolte/Levi waren zur Halbzeit nur Titelverteidigerin Kaillie Humphries aus den USA, die mit Abstand die beste Linie und die höchste Geschwindigkeit im anspruchsvollen Eiskanal fuhr, und Kim Kalicki (Wiesbaden). Kalicki liegt 0,34 Sekunden hinter Humphries, Nolte nur neun Hundertstelsekunden hinter Kalicki. Der Vorsprung auf Platz vier (Elana Meyers Taylor/USA) beträgt 0,40 Sekunden. „Ich bin froh, dass ich unten angekommen bin. Im zweiten Lauf waren aber die Lenkseile zu locker in der Hand“, meinte Nolte. Kleine Fehler kosteten den Startvorsprung, nicht aber die Aussicht auf Silber.

Für Deborah Levi ist es die erste Weltmeisterschaft, nachdem sie die vergangene krankheitsbedingt verpasst hatte. Schon damals hatte sie mit Laura Nolte einen Weltcup gewonnen. „Vergangenes Jahr war der Erfolg noch überraschender. Dieses Jahr waren alle vier deutschen Frauen relativ konstant und haben gezeigt, dass sie vorne mitfahren können“, sagt die 23-Jährige. Mit ihrer ein Jahr jüngeren Pilotin gewann sie Anfang Januar den EM-Titel und zwei Wochen später die Junioren-WM, wodurch Deutschland einen zusätzlichen vierten Startplatz in Altenberg bekam. Die Strecke gilt als die anspruchsvollste der Welt, Nolte stürzte dort bei der WM im vergangenen Jahr ohne Levi im Bob. Mit den beiden „Küken“ im deutschen Team, wie Levi selbst sagt, muss nun wieder gerechnet werden – gerade, weil sie zu den besten Starterinnen im Teilnehmerinnenfeld gehören.

Auch Levis Potsdamer Vereinskollege Eric Franke zählt mit seinem für Stuttgart startenden Piloten Johannes Lochner zu den Medaillenkandidaten, wenn am Samstag (10 und 11.30 Uhr) und Sonntag (14.30 und 16 Uhr) die vier Läufe stattfinden. Allerdings haben sie mit Rekordweltmeister Francesco Friedrich eine schier unbezwingbare Konkurrenz. „Wir wissen natürlich auch, dass die Gewinnchancen, wenn man sich die Saison anschaut, sehr gering sind. Aber wir wissen auch, dass wir es auch schon mal geschafft haben, Francesco und sein Team zu schlagen. Wir sind bei der WM, da wollen wir auf jeden Fall um Gold mitfahren“, sagt Franke. Mit Lochner hat Franke Friedrich die einzige Niederlage dieses Weltcup-Winters beigebracht. „Wir empfinden das nicht als frustrierend, weil wir eben auch merken, dass die Schwächen, die der Cheftrainer angesprochen hat, momentan einfach da sind – und Francesco hat aktuell keine Schwächen. Seine Jungs sind alle gesund, seine Jungs sind alle schnell, somit sind seine Startzeiten exorbitant schnell, das kann man nicht kleinreden, das muss man neidlos anerkennen, das ist wirklich eine grandiose Leistung“, sagt Franke.

Beim Weltcupsieg von Lochner/Franke in Innsbruck Mitte Dezember verletzte sich der Potsdamer allerdings leicht. „Die Verletzung ist vom Gefühl auskuriert, aber seitdem habe ich meinen Flow noch nicht so richtig gefunden. Ich bin aber zuversichtlich, dass es im entscheidenden Rennen der Saison wieder dazu kommt. Ich bin körperlich gut drauf, fühle mich mental gut vorbereitet“, sagt Franke, der die WM nur im Zweier bestreiten wird. Im Vierer eine Woche später sitzt Lochner mit drei anderen Anschiebern im Bob-Schlitten.“

(Quelle: Artikel MAZ, 06.02,2021)