Nur eine Woche nach dem Pokalhighlight gegen die Piranhas aus Hamburg stand auch schon der erste Spieltag der neuen Saison in der Regionalliga Berlin/Brandenburg 2023/24 an. Auch wenn es gegen das Team aus dem hohen Norden am Ende eine auf dem Papier recht hohe Niederlage gab, waren sich schlussendlich alle bei der anschließenden wohlverdienten Zitrus-gespritzten Hopfenschorle einig, dass mit dieser Leistung in der Regionalliga einiges zu holen ist. So ging es nach einer kurzen Trainingswoche ins allseits beliebte Berlin. Gegner diesmal war ebenfalls ein Team mit geballter 2. Liga Erfahrung. Gegen den SC Siemensstadt konnte Potsdam bisher noch keinen Punkt ergattern. So setzte es in der vergangenen Saison sowohl auf dem Groß- als auch auf dem Kleinfeld teils empfindliche Niederlagen. Doch mit der Erfahrung und dem Teamgeist aus dem Pokalspiel war alles möglich. Weil es so gut geklappt hat, reisten die Potsdamer auch diesmal nur mit zehn Spielern an. Never change a winning „Mannschaftsstärke“ oder so. Neben Neuzugang Felina starteten auch Abwehrriese Tobi und niemand anderes als der letztjährige Challengeround-Toptorschütze Peter in die Saison.
Erstes Drittel (2:3)
Interessanter Weise schien beim SCS noch nicht zu allen durchgedrungen zu sein, dass die Saison wieder begonnen hat. Neben einem Torhüter fanden sich nur sieben Feldspieler in deren heimischer Stadt ein, von denen auch noch 3 den gleichen Nachnamen hatten. Gut, dass es keine Live Berichterstattung gab. Die Wahrscheinlichkeit, dass Potsdam mehr Spieler als der Gegner stellte, war in der Vergangenheit so hoch wie beim Döner essen nicht zu kleckern. Die ersten zehn Minuten des ersten Drittels verstrichen, ohne dass eins der beiden Teams jubeln konnte. Beide Mannschaften tasteten sich gegenseitig ab und niemand schien Lust zu haben, der Erste zu sein, dem die Luft ausgeht. Nach knapp elf Minuten musste Tamas dann aber doch mal hinter sich greifen. Von dem Rückstand ließ sich Potsdam aber nicht aus der Ruhe bringen. Drei Zeigerumdrehungen später startete Peter mit dem Beginn „Scorer-Pokal-Verteidigung“. Es entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch. Die erneute Führung von Siemensstadt konterte Tobi nach Vorlage von Peter. Kurz vor Ende des ersten Drittels dann der erneute Jubel in den Potsdamer Reihen. Seb erzielte die erste Führung für den SCP womit es dann auch in die Pause ging.
Zweites Drittel (1:1)
Spoiler Alarm, das zweite Drittel sollte es in sich haben, wenn auch nicht in Sachen Tore. Alles begann mit einem recht frühen Gegentor und dem damit verbundenen Ausgleich durch den SCS. Nur knapp eine halbe Minute brauchten die Gastgeber, um unsere bis dahin solide Abwehr zu überwinden. Wieder war es im Anschluss Seb, der die ursprüngliche Führung wiederherstellte. Nun, das war es dann aber auch mit Toren. Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass dann in perfekter Manier geübt wurde, wie es ist, mit einem Mann weniger zu spielen. Beginnend mit Matti, der, glaubt man dem Spielbericht, seinen Körper auf überharte Weise zum Einsatz brachte und in Folge dessen auf der unbequemen Bank neben dem Schiedsgericht Platz nehmen durfte. Nachdem diese Unterzahl schadlos überstanden war und Matti wieder mitwirken durfte, setzte Tobi ein Körperteil zu viel auf den Boden und nahm den bereits vorgewärmten Platz von Matti an. Auch diese Unterzahl überstand Potsdam so gut, dass Seb nicht nochmal zwei Minuten warten wollte und sich für wenige Sekunden neben Tobi auf die Bank setzte. Ja, und wieder gab es kein Gegentor. Nachdem ein paar Minuten im ungewohnten 5-5 gespielt werden musste, wollte dann auch René mal auf dem Spielberichtsbogen erscheinen und spielte den Ball frecher Weise mit der Hand. Lieber SCS, mehr Geschenke wären dann von der Spielkommission als Wettbewerbsverzerrung deklariert wurden. Aber wer nicht will, der hat bekanntlich schon. Ohne weiteres Gegentor aber deutlich aus der Puste ging es in die Pause.
Drittes Drittel (2:1)
Ein starkes Unentschieden nach zwei Dritteln gegen einen Gegner wie Siemensstadt kann man schon als Erfolg verbuchen. Nachdem wir denen mehr als nur einen Finger, sondern quasi beide Arme hingehalten haben, setzten wir uns als Ziel doch das gewohnte Spiel mit gleicher Personenzahl fortzusetzen. Das bestrafte der SCS postwendend und erzielte zu Beginn des dritten Drittels nicht nur den Ausgleich, sondern auch die Führung zum 5:4. Nun einem Rückstand hinterherrennend fasste Steffen die Gelegenheit und ermöglichte uns durch einen Stockschlag erneut die Möglichkeit, unsere Stärken auf freierem Feld zu nutzen. Und genau das taten wir dann auch. Als sich der SCS schon wie der sichere Sieger fühlte, erzielte Peter wie aus dem Nichts den erneuten Ausgleich und zwang die ohnehin schon keuchenden Gastgeber in die Verlängerung.
In dieser lief der Ball munter hin und her. Mit der Punkteteilung eigentlich zufrieden, warteten alle auf den Lucky-Punch. Und den erzielte für den SCP der Youngstar. Nach Vorlage von Peter brachte Felina den Ball zum viel umjubelten Siegtreffer im Tor der Siemensstädter unter.
Fazit
Mit einem Sieg startet der SC Potsdam in die Saison. Und das gegen einen Gegner wie Siemensstadt, gegen den man in der Vergangenheit immer den Kürzeren gezogen hat. Wieder schlug ein Neuzugang ein und lässt die Motivation für die folgenden Spiele weiter nach oben klettern. Diese wird der SCP auch benötigen, geht es doch gegen die Laikas und damit den Tabellenersten der letzten Saison.
Text und Grafik: Frank R.
