Es ist schwer zu finden, was man sucht; schwer zu suchen, was man braucht und schwer zu bekommen, was man will. Dieser philosophischen Weisheit folgend, hinter dem Lenkrad verzweifelnd einen Parkplatz suchend, fanden schlussendlich doch alle in die wundervolle Sporthalle der Monumentenstraße. Eine Woche nach der derben und leider sehr eindeutigen Niederlage gegen die großen Laikas ging es diesmal gegen die jungen Raketen der Young Rockets. Zugegeben überrascht von der zahlenmäßigen Überlegenheit (1 Spieler mehr) starteten wir durchaus optimistisch in das zweite Spiel. Nach wie vor von vielen Krankheits- und Verletzungsfällen gebeutelt hofften wir trotzdem auf die ersehnten ersten Punkte. Immerhin stand uns unser Kapitän Micha als moralische Unterstützung an der Seitenlinie. Die Binde durfte erneut Matti tragen, der im letzten Spiel immerhin 2/3 der Tore geschossen und damit zur gedämpften Ergebniskosmetik beitrug.
Erstes Drittel (1:1)
Unsicher, ob der halb so hohe Altersdurchschnitt der Young Rockets zu unserem Vor- oder Nachteil avancieren würde, ließen wir den Ball die ersten Minuten freudig rollen und kamen schnell zu den ersten Abschlüssen. Teilweise auf ungewohnten Positionen agierend gestalteten wir den Spielbeginn durchaus erfrischend. Doch wie so oft war das Erzielen von Toren in Erfolg versprechenden Spielsituationen betont insuffizient, bis Matti sich ein Herz fasste. Die Angewohnheit, erst mit dem Ball das gesamte Spielfeld läuferisch abzumessen, bevor man erfolgreich den Ball im Tor verstaute, behielt er auch dieses Mal bei und brachte uns nach knapp neun Minuten in Führung. Diese hielten wir mit durchaus guter Abwehrleistung und dem ein oder anderen starken Eingreifen von Tamas, welcher aber bis dato einen weitestgehend ruhigen Vormittag hatte. Die erste Unaufmerksamkeit des Tages in Form einer Wechselsituation im deutlich ungünstigsten Moment brachte dann aber doch den nicht ganz unverdienten Ausgleich für die Young Rockets. Mit einem durchaus zufriedenstellenden Unentschieden ging es in die Pause.
Zweites Drittel (4:1)
Das zweite Drittel begann zaghaft. Es gab auf beiden Seiten nur wenige nennenswerte Aktionen nach vorne. Die ersten beiden nutzen die Gastgeber dann aber eiskalt. Über wenige Spielstationen fand der Ball zweimal einen ungedeckten Spieler. Die Kaltschnäuzigkeit hatten die Young Rockets uns definitiv voraus und erhöhten innerhalb kurzer Zeit auf 3:1. Trotz allem nach wie vor kein Grund, den Kopf zu verlieren. In seinem ersten Saisonspiel brachte uns Stefan mit einem fulminanten und wuchtigen Schuss ins Eck wieder ran. Die Freude darüber währte leider nur kurz und die Gastgeber stellten den ursprünglichen Abstand schnell wieder her. Das Spiel wurde zusehends unschöner. Viele Stockschläge auf beiden Seiten ließen eher die Vermutung zu, auf einem Buhurt mit Holzschwertern auf einem billigen Mittelalterfest zu sein anstatt beim Floorball. Die ersten beiden Strafen dafür bekamen die Gastgeber. Unser Powerplay ließ auch diesmal zu viele Wünsche offen. Zwar lief der Ball gut, aber der Abschluss kam nicht. So vergingen beide Zeitstrafen, ohne dass wir sie nutzen konnten. Immerhin klingelte es auch auf unserer Seite nicht mehr. Mit einem 2:5 aus unserer Sicht ging es in die Kabine.
Drittes Drittel (3:1)
Zugegeben, mit dem zweiten Drittel konnte man nicht zufrieden sein. Ein 3-Tore Rückstand bedeutete aber auch nicht die Niederlage. Dieser kamen wir dann aber leider schneller näher, als uns lieb war. Ein bisschen der Kondition geschuldet, nahm die Abwehrleistung sukzessive ab. In der Folge fingen wir uns zwei weitere, wenn auch durchaus fragwürdige Gegentore. Während beim ersten seitens des Schiedsrichters eindeutig der Vorteil verbal angekündigt wurde, dann aber im Zuge einer scheinbar plötzlichen Amnesie nach Ballverlust wieder in Vergessenheit geriet, war es beim zweiten Gegentor offenbar legitim, unseren Abwehrspieler vor dem Torschuss unsanft zur Seite schieben zu dürfen. Trotz kurzer Absprache zwischen beiden unparteiischen Rocket-Schiedsrichtern wurde zu Unrecht auf Tor entschieden. Nun; verbunden werden auch die Schwachen mächtig, heißt es. Ungeachtet des wachsenden Unmuts gegenüber Schiedsrichtern und der eigenen Spielleistung warfen wir nochmal alles rein. Stefan sogar sich selbst, was zur ersten Zeitstrafe auf unserer Seite führte. Diese unbeschadet überstehend durften wir dann noch ein drittes Mal an diesem Tag im Powerplay üben. In einem durchaus sehenswerten Überzahlspiel fehlte zwar wieder der Abschluss, aber da gab es ja noch Matti, den Schlawiner. Die Woche über im heimischen Wohnzimmer geübt, tunnelte er mit einem verunglückten Schuss den Abwehrspieler, anstatt an ihm vorbei zu schießen. Der Ball kullerte zu Jojo, der es sich nicht nehmen ließ, den Ball in das umrahmte Stück Luft zu bugsieren. Apropos umrahmtes Stück Luft. Dieses traf Tom dann mal wieder mit voller Wucht und Frank mit einem Chip-Ball, kurz bevor die Rockets den Endstand von 8:3 erzielten.
So bewiesen wir, dass wir weder mit den alten noch den jungen Raketen in der Hinrunde mithalten konnten. Am nächsten Spieltag erwarten wir die Mannschaft aus Siemensstadt. Angesichts der aktuellen Lage empfiehlt sich als Filmliteratur die US-amerikanische Comicverfilmung „300“ als exzellente Vorbereitung. Nur bei der Kleiderwahl würde ich auf die herkömmlichen Trikots vertrauen.
Autor: Frank Rosendahl
Grafiken: Frank Rosendahl
