Im Portrait: Bernhard Seifert mit 85,19 Meter Bestleistung

Mit seiner persönlichen Bestleistung startet Speerwerfer Bernhard Seifert für seinen SC Potsdam e.V. nach Verletzungspause in die neue Saison! Er hat am Samstag bei den Offenen Landesmeisterschaften von Berlin und Brandenburg in Brandenburg an der Havel für die Glanzlichter gesorgt. Gleich zweimal ließ er seinen Speer jenseits der 85-Meter-Marke einschlagen und damit die WM Norm abgehakt! Wahnsinn! Was Bernhard selber dazu sagt und welche Fragen, wir ihm noch gestellt haben, erfahrt ihr hier:

Portrait

Name: Bernhard Seifert
Alter: 26
Geburtstag: 15.02.1993
Körpergröße: 1,90 m
Sportart: Speerwerfen
Bestleistung: 85,19 m
Kaderstufe: Perspektivkader
Verein: SC Potsdam
Trainer: Burghard Looks

Erfolge International:
Zweiter U23-EM 2013, Dritter 2015
Sechster U20-EM 2011
Zweiter Winterwurf-EC 2018

National:
Zweiter DM 2013, Dritter 2017, Sechster DM 2016 und 2015
Zweiter U23-DM 2013, Dritter 2015
Deutscher U20-Meister 2011
Deutscher U18-Meister 2010

 

Kategorie: „Frag doch einmal Speerwerfer Bernhard Seifert!“

Wie geht es dir in diesem Moment?
„Ich fühle mich zurzeit super gut. Die letzten Wochen liefen im Training von mal zu mal besser. Aufgrund meiner Verletzung vom letzten Jahr, konnte ich erst relativ spät mit der Vorbereitung für die Saison starten. Anfangs lief es noch sehr schleppend. Deswegen bin ich so froh, dass ich jetzt wieder voll angreifen kann.“

Wie fühlen sich die geworfenen 85,19 m vom vergangenen Wochenende für dich an?
„Mit einer Bestleistung ins neue Jahr zu starten ist immer gut. Die letzten Wochen hatten schon leicht angedeutet, wo es hingehen kann. Auch, dass ich gleich die WM-Norm abhacken konnte, ist eine Erleichterung, wobei die 85m vermutlich noch nicht reichen werden, da wir zurzeit 5 Deutsche Speerwerfer sind, die auf einem sehr hohen Niveau werfen. Ich bin froh, jetzt schon mal eine gute Weite stehen zu haben. Das hilft für die kommenden Wettkämpfe. Nun heißt es: locker bleiben und weitermachen.“

Was sind deine kurzfristigen und langfristigen Ziele hinsichtlich des Speerwerfens?
„Mein Langfristiges Ziel sind die Olympischen Spiele 2020 in Tokyo. Für dieses Jahr stehen die Weltmeisterschaften Anfang Oktober in Doha an. Zwischenstopp werden die Deutschen Meisterschaften Anfang August in Berlin sein. Bis dahin heißt es, sich zu beweisen, um am Ende auch bei der WM dabei zu sein. Aufgrund, dass Johannes Vetter Weltmeister von 2017 ist, haben wir dieses Jahr 4 statt 3 Startplätze zur Verfügung.“

In der Welt des Sports erlebt man ja viele Höhen und Tiefen. Was war für Dich Dein sportliches Highlight, das Du bisher erleben durftest?
„Ich glaube mein Gewinn der Silber Medaille 2013 bei den U23 Europameisterschaften in Tampere. Das erste Mal international auf dem Treppchen zu stehen, ist schon was sehr Besonderes und ich erinnere mich immer wieder gerne daran zurück.“

Was war bisher Dein bitterster Moment, den Du im Sport erlebt hast?
„Nach dem ich in der Jugend schon sehr weit geworfen hatte, musste ich mich dann leider mehrere Jahre mit Verletzungen rumschlagen. Zwar nichts Schlimmes, aber sie haben mich trotzdem immer wieder aus dem Rhythmus gebracht, sodass ich nie mein volles Potenzial abrufen konnte. Mein bitterster Moment war jedoch 2018. Ich war super gut vorbereitet. Wir sind ohne Probleme durch den Winter gekommen. Ich bin noch nie so gut in die Wettkampf-Saison eingestiegen. Ich konnte in meinem letzten Wettkampf noch eine neue Bestleitung aufstellen. Leider habe ich dann ein starkes ziehen im Adduktor verspürt. Ich dachte, dass es nur eine Zerrung ist. Als ich dann ein MRT gemacht habe, sagte der Arzt zu mir, dass Flüssigkeit im Beckenknochen ist. An Wettkämpfe war nicht mehr zu denken. Ich musste dann eine Entscheidung treffen, da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass es zu einem Ermüdungsbruch im Beckenknochen kommen könnte. Schweren Herzens musste ich dann die Saison beenden.“

Gibt es für Dich einen Spruch, der für Dein Lebensmotto steht und den Du gerne als Vorbildfunktion anderen Menschen mitgeben möchtest?
„Kämpfe für deinen Traum. Nichts ist unmöglich.“

Getreu seinem Motto, wünschen wir Bernhard eine optimale und vor allen Dingen verletzungsfreie Saison mit weiteren persönlichen Bestleistungen und einem Startplatz bei der WM in Doha. Diesbezüglich „ist zum jetzigen Zeitpunkt eigentlich nur eines sicher: Wer im Speerwurf mit nach Doha will, muss in diesem Jahr richtig weit werfen!“ (DLV online)
Wir drücken die Daumen und bedanken uns für Deine offenen Antworten. Viel Erfolg und alles Gute!

(Silke Bernhart, Leichtathletik.de)

‚Vier Startplätze stehen den DLV-Speerwerfern aufgrund der Wild Card von Titelverteidiger Johannes Vetter (LG Offenburg) bei der WM in Doha (Katar) zu. Genug, um dort alle aussichtsreichen Athleten an den Start schicken zu können? Die Antwort auf diese Frage ist spätestens seit Samstag ein ganzes Stück komplizierter geworden. Denn während Andreas Hofmann (MTG Mannheim) und Thomas Röhler (LC Jena) bei der Diamond League die Speere fliegen ließen, sorgte Bernhard Seifert (SC Potsdam) in Brandenburg/Havel für eine Kampfansage an die nationale Konkurrenz.
Der 26 Jahre alte Speerwerfer, der einst wie Thomas Röhler beim LC Jena seine ersten Erfolge gefeiert hatte, dann aber mit seinem Trainer Burkhard Looks nach Potsdam gegangen war, ließ seinen Speer bei den Landesmeisterschaften von Berlin und Brandenburg gleich zweimal über die 85-Meter-Marke segeln. Im dritten Versuch wurden 85,09 Meter gemessen, im sechsten Versuch 85,19 Meter, Bestleistung. Die WM-Norm von 83,00 Metern, die Röhler bei seinem Saison-Einstieg in Shanghai (China) noch knapp verfehlte, hat Bernhard Seifert damit abgehakt.‘

„85,19 Meter sind ein guter Start für eine lange Saison“, befand der Potsdamer kurz und knapp auf Instagram. Schon vier Tage zuvor hatte er mit 81,64 Metern einen ersten Test absolviert. Dieser wiederum war rund einen Meter kürzer ausgefallen als der erste Wettkampf von 88-Meter-Werfer Julian Weber (USC Mainz). Da ist zum jetzigen Zeitpunkt eigentlich nur eines sicher: Wer im Speerwurf mit nach Doha will, muss in diesem Jahr richtig weit werfen!