Christopher Linke hat bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Tokio über die Distanz von 35 Kilometern den 14. Rang belegt. Der Geher startete stark, musste aber am Ende den klimatischen Bedingungen Tribut zollen und überhitzte den Körper.
Nach dem Start ging es bei 26° Celsius und 85 Prozent Luftfeuchtigkeit aus dem Olympiastadion raus auf die Straße. Linke positionierte sich vor der ersten Trinkstation in den Top-10. Der Japaner Hayato Katsuki führte nach fünf Kilometern. Linke war inzwischen 17., allerdings lag er nur vier Sekunden dahinter. Später, nach sieben Kilometern, war José Luis Doctor zeitweise vorn. Doch der Mexikaner fiel anschließend zurück. Dafür brachte sich Linke besser in Position: Der EM-Zweite von 2022 war nach elf Kilometern hinter Katsuki und Masatora Kawano plötzlich Dritter. Das Führungstrio erarbeitete sich einen Vorsprung von acht Sekunden auf Evan Dunfee aus Kanada, der mit der besten Meldezeit an den Start ging. Nach 16 Kilometern hatte sich David Hurtado (Ecuador) auf Rang drei geschoben. Linke fiel als Vierter etwas zurück. Und auch Dunfee holte den Deutschen ein. Der Rückstand auf Katsuki, Kawano und Hurtado betrug nach 18 Kilometern neun Sekunden. Der 36-Jährige musste anschließend weitere Geher an sich vorbeiziehen lassen: Nach 20 Kilometern blieb er sogar stehen, um sich zu kühlen – sein Abstand betrug 14 Kilometer vor dem Ende 52 Sekunden. Während sich das Führungstrio mit Katsuki, Kawano und Hurtado weiterhin – inzwischen bei einer Luftfeuchtigkeit von 98 Prozent – keine Blöße gab, benötigte der deutsche Rekordhalter eine erneute Pause. Nach 26 Kilometern hatte er als Achter gar einen Rückstand von zwei Minuten und fünf Sekunden. Dass der SCP-Geher trotzdem nicht aufgab, bedarf großer Anerkennung. Aber mit den Medaillenrängen hatte er natürlich nichts mehr zu tun. An der Spitze übernahm Hurtado die Führung – und setzte sich nach 28 Kilometern ab. Allerdings musste der Mann aus Ecuador nach drei Verwarnungen in die Penalty Box, sodass der Japaner Kawano Platz eins einnahm. Die besten Kraftreserven hatte allerdings Dunfee. Der Kanadier holte weiter auf und lag nach 31 Kilometern deutlich in Führung. Diese geriet kurz vor dem Ende in leichte Gefahr, denn offenbar bekam er einen Krampf. Aber Dunfee biss auf die Zähne. Mit einer Zeit von 2:28:22 Stunden holte er sich den WM-Titel. Zweiter wurde mit 33 Sekunden Rückstand der Brasilianer Caio Bonfim. Die Bronzemedaille ergatterte doch noch der Japaner Katsuki (2:29:16 Stunden).
Christopher Linke wurde mit einer Zeit von 2:36:10 Stunden Vierzehnter. „Am Ende ging es nur noch darum, durchzukommen“, so der Geher vom SC Potsdam hinterher. „Ich hatte sehr große Ziele und wollte unbedingt eine Medaille gewinnen. Ich bin mutig angegangen, vielleicht zu mutig. Ich habe mich nicht belohnt. Die letzten zehn, vielleicht sogar zwölf Kilometer, waren der reinste Horror.”
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Foto: Zwischenzeitlich sah es für Christopher Linke recht gut aus, doch dann überhitzte er (Bildquelle: Jan Papenfuss)