Margarita Kolosov im Interview: „Ich werde mehr an mich glauben!“

Margarita Kolosov blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück. 2025 war von sportlichen Rückschlägen ebenso geprägt, wie von einem ganz besonderen Erfolg. Auch 2026 warten mit der RSG-Europameisterschaft und einer Heim-Weltmeisterschaft große Herausforderungen auf die Potsdamerin. Im Interview spricht sie über prägende Momente, ihre Ziele und die Bedeutung der Nachwuchsförderung.

Wenn Sie auf das vergangene Jahr zurückblicken: Welche Momente sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Margarita Kolosov: Ganz besonders war für mich der Sieg mit dem Ball bei den FISU World University Games. Ich hatte mir für diesen Wettkampf sehr viel vorgenommen. Die ersten zwei Tage liefen allerdings echt schlecht, was mich mental sehr belastet hat. Am Ende reichte es nur für ein Finale und einen 15. Platz im Mehrkampf. Umso bedeutender war es, ausgerechnet in diesem einen Finale Gold zu holen – das war einfach mega.

Welche sportlichen Herausforderungen und Highlights erwarten Sie 2026?

Kolosov: Ende Mai steht die RSG-Europameisterschaft in Varna, Bulgarien, an. In derselben Halle war ich schon einmal als Juniorin am Start und auch 2021 bei einer EM. Es wäre richtig schön, fünf Jahre später wieder dort zu sein und zu sehen, wie ich mich in dieser Zeit entwickelt habe. Außerdem wartet Ende August mit der Heim-Weltmeisterschaft das größte Highlight, das man sich überhaupt vorstellen kann.

Mit welchen sportlichen Zielen gehen Sie bei der RSG-Weltmeisterschaft in Frankfurt/Main im August an den Start?

Kolosov: An erster Stelle steht, mich überhaupt zu qualifizieren. In Deutschland haben wir eine sehr starke Konkurrenz, sodass es für uns alle sehr eng wird. Wir bewegen uns auf einem hohen sportlichen Niveau. Das Ziel ist daher klar: sich qualifizieren, gesund bleiben und dann vor heimischem Publikum die Top-Leistung abrufen, für die man all die Jahre trainiert hat.

Gibt es in diesem Jahr neben den sportlichen Erfolgen auch ein persönliches Ziel, das Ihnen besonders am Herzen liegt?

Kolosov: Ich habe mir vorgenommen, an einem positiveren Mindset zu arbeiten. Ich werde mehr an mich glauben und auch stärker an das Gute in der Welt. Außerdem möchte ich die kleinen Dinge im Alltag bewusster wahrnehmen und mehr genießen.

Sie engagieren sich regelmäßig in Masterclasses, zuletzt auch in Italien. Warum ist Ihnen die Förderung junger Gymnastinnen so wichtig?

Kolosov: Mir ist es sehr wichtig, jungen Gymnastinnen zu zeigen, dass sie mehr an sich selbst glauben müssen. Selbstvertrauen ist die Grundlage für vieles. Oft wirken bestimmte Elemente am Anfang schwierig. Die Mädchen schauen dann mit großen Augen und fragen sich, wie das überhaupt funktionieren soll. Wenn man dann alles Schritt für Schritt erklärt, merken sie plötzlich, dass es gar nicht so schwer ist. Für mich ist es wunderschön zu sehen, wie sie anfangs noch gezweifelt haben, am Ende das Gerät sicher fangen und dabei stolz und glücklich sind. Vielleicht hilft ihnen das, künftig noch mehr an sich selbst zu glauben.

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Foto: Margarita Kolosov wuchs 2025 in Essen beim Ballfinale der FISU World University Games über sich hinaus (Bildquelle: Arndt Falter/adh), Interview: Jona Kuhle/SCP

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