Matthias Reim rockt das Kirchsteigfeld! Warum sind Sie hierher gekommen?

Das porta Sport & Kultur Festival des SC Potsdam am vergangenen Wochenende war ein voller Erfolg. Schlagerkonzerte und Familienfest zogen tausende Besucher an – vom Säugling bis zur Oma.

Ich bin Postfrau und habe auch die Werbung verteilt. Ich und meine drei Jungs sind trotzdem gespannt.

Kirchsteigfeld. „Matze, Matze“, hallten die Sprechchöre am Samstagabend über das Sportfeld des SC Potsdam; „Wir woll’n Matthias seh’n, wir woll’n Matthias seh’n“, sangen dazu Damengruppen jeden Alters und brachen in Jubelschreie aus, als der Altmeister des deutschen Schlagers seiner Band auf die große Bühne folgte und das Mikro griff. Mit „Ich bin nicht verliebt“ stieg er in ein meist rockiges Feuerwerk seiner zahllosen Hits ein.

Andrea Könitz (43), Kleinmachnow

Nach der davor schon rasanten halben Stunde mit der elvis-kostümierten „Schlagermafia“ hatte Reim keine Mühe, die fast 4500 Fans auf dem Sportfeld des SC Potsdam zwei Stunden lang mitzureißen. Die Zuschauer tanzten und sangen lauthals. Die Party endete mit einem großen Feuerwerk.

In bin aus Amerika. Die Familie meiner Frau lebt hier. Wir sind spontan gekommen. Es ist großartig.

Über Nacht wurde dann das Konzertgelände um die große Bühne herum komplett umgeräumt für ein Kinder- und Familienfest in Stadiongröße. Über 30 Attraktionen waren aufgebaut; Menschen jeden Alters fanden bei bestem Spätsommerwetter etwas für sich und ihre Kinder oder Enkel, vom Glücksrad über Minigolf, Rollrutschen, Streicheltiere und Klettergeräte bis hin zum Musiktheater und einer Auto-Präsentation.

John Giorgio (58), New York

Rutschautos mit Akkuschrauber-Antrieb sind im Wortsinn Renner auf dem Familienfest des SC Potsdam.

Wir sind sportbegeistert. Man kann auf dieser Fläche sooo viel erleben für sooo wenig Geld.

Eine Vielzahl Sponsoren waren dem Ruf des größten Sportclubs im Land Brandenburg gefolgt, hatten Stände, Spiele und Attraktionen aufgebaut, luden zum Mitmachen und zu Technikbesichtigungen ein. Die Besucher lobten das Riesenangebot zu Niedrigeintrittspreisen; viele waren schon zum wiederholten Male da:

Julia Wache (26), Ludwigsfelde

Annett Tober (47) aus Dallgow zum Beispiel. Sie ist mit ihren beiden Söhnen gekommen und die mit einem Cousin, einer Cousine und einer Tante. Paul (3) bäckt beim Porta-Koch seinen ersten Eierkuchen, fettfrei und gar nicht angebrannt. „Für die Kinder ist das echt toll hier, einfach alles“, freut sich die Mama.

Wir waren schon
letztes Jahr auf dem Fest. Für die Kinder ist das echt toll hier.

Lennard Jost (5) aus Potsdam ist schon das vierte Mal beim Fest des SC Potsdam und des Möbelhauses Porta. Bunt geschminkt setzt er sich neben eine künstliche Kuh und melkt drauflos; es kommt sogar was raus. „Wir hatten bislang immer schönes Wetter“, erinnerte sich die Mutter: „Schade nur, dass man am Eingang das Essen und Trinken für die Kinder abgeben muss.“

Anett Tober (47),Dallgow

Zwei Attraktionen weiter ist Mika Güldemeister (4) auf einer Autorennstrecke unterwegs. Bobby-Cars ziehen hier rasante Runden, angetrieben von Akku-Schraubern.Gleich nebenan hat sich die „Rollende Arche“ aus Hoppegarten aufgebaut. Der mobile Bauernhof von Knut Samel hat einen ganzen Streichelzoo dabei: acht Kaninchen, vier Meerschweinchen, zwei Schafe, eine Ziege, ein Lama, ein Alpaca und Tofu, ein Minischwein, das schon ganz groß geworden ist. Die Kleinkinder Amelie und Minna schauen Tofu zu, wie es eine Grube scharrt, nicht etwa zur Futtersuche, sondern zum Wasserlassen. Dass sowas zwei bis drei Minuten dauert, macht die kleinen Mädchen staunen. „Die Schweineblase ist halt riesig“, erklärt „Bauer“ Knut und zeigt den Kindern gern das Schaf mit Hörnern, das lockig weiß ist wie ein Schaf und doch kein Schaf. Es ist eine Angora-Ziege, die man drei mal im Jahr scheren muss. Das schwarze Schaf daneben, auch das mit Hörnern, ist dann wirklich eins, nur, wie soll man beide Rassen unterscheiden? Dafür hat Samel eine einfache Erklärung, eine Eselsbrücke sozusagen: Die Ziege trägt das Schwänzchen keck nach oben; das Schaf lässt es immer baumeln.

Das Kindermusiktheater „Buntspecht“ spielt „Robin Hood“.

Rainer Schüler MAZ / Bilder SC Potsdam