Der Krimi im Spitzenspiel geht an Potsdam

Im Spitzenspiel trennten sich der SC Potsdam und der SSC Palmberg Schwerin 3:2 (26:28, 17:25, 26:24, 25:22, 15:9). Es war der erwartet spannende Vergleich zwischen dem Tabellenführer und dem Drittplatzierten – und dass vor toller Kulisse von 2.017 Zuschauern in der MBS-Arena, aus dessen Kehlen ihre Mannschaft mit „so sehen Sieger aus“, verabschiedet wurden.

Die Gastgeber begannen mit Brittany Abercrombie, Sofija Medic, Lisa Gründing, Annegret Hölzig, Denise Imoudu, Laura Emonts sowie Aleksandra Jegdic (L) und hatten das Geschehen fest in der Hand und führten gegen den Favoriten aus Mecklenburg-Vorpommern deutlich mit 14:7 bzw. 21:11, das sah nach einem sicheren Satzgewinn aus. Doch die Gäste zeigten, welche Klasse dieses Team hat. Sie holten den Rückstand auf und glichen aus. Da machte es in dieser Phase der SC Potsdam durch eine Vielzahl an Unsicherheiten im Zusammenspiel sowie individuellen Fehlern dem SSC das Punkten leicht. So ging ein fasst schon sicherer Satzgewinn mit 26:28 noch verloren.

Ministerpräsident Dr. Dietmar Woitke äußerte zu diesem Zeitpunkt, „dass Ganze ist Gänsehaut pur, ich denke, man kann so ein Spiel noch drehen“ und er sollte Recht behalten.

Der zweite Spielabschnitt gehörte Schwerin. Potsdam konnte nicht an die Anfangsphase des Auftaktes anknüpfen, da trugen sicherlich u.a. auch eine Vielzahl strittiger Schiedsrichterentscheidungen mit dazu bei. Nach dem 17:25 lagen die Gastgeberinnen mit 0:2 im Hintertreffen.

Wer jetzt dachte, nach dem dritten Satz ist Schluss und die Dominanz des Favoriten geht weiter, der sah sich getäuscht. Vor den großartigen Fans, wo 850 mit ihren T-Shirts eine rote Wand bildeten, raffte sich der SC Potsdam zu einer großartigen Energieleistung auf.

Jetzt folgten zwei weitere hochdramatische, in Richtung Krimi gehende Sätze – es war spektakulärer Volleyballsport, so wie wir ihn sehen wollen.

Das Team von Cheftrainer Guillermo Hernandez startete eine beeindruckende Aufholjagd. Da stand plötzlich eine ganz andere Mannschaft auf dem Feld. Beide Teams agierten jetzt auf Augenhöhe, wo sich bis zum Ende keiner absetzen konnte. So ging es bis zum 24:24, 25:24, da gelang Laura Emonts der entscheidende Punkt zum 26:24 und die Verkürzung zum 1:2.

Geht da noch mehr im vierten Abschnitt gegen den Favoriten und Titelaspiranten? Getrieben von der großen Fangemeinde zeigten beide Teams großen Sport, der mit attraktiven Ballpassagen gespickt war, ein würdiges Spitzenspiel von Beiden.

Diesmal gelang es den Potsdamerinnen, mit einer teilweise drei Punkte Führung den Satz zu gestalten. Beim 19:18 wurde es nochmal eng, aber dann machte Ana Escamilla das viel umjubelte und verdiente 25:22 – es war der Ausgleich in einem denkwürdigen Spiel. „Wir haben immer an uns geglaubt“, so Kapitän Antonia Stautz.

Jetzt folgte das kaum noch geglaubte Fünfsatzspiel und da führte der SC gleich mit 3:0 und beim 8:5 wurden die Seiten gewechselt. Potsdam hatte jetzt relativ sicher das Geschehen fest in der Hand und das überraschte schon über das 13:8 folgte letztlich das 15:9 und der nicht unbedingt zu erwartende 3:2 Erfolg für den SC Potsdam, wo sich nach dem Spiel alle einig waren, der Sieg geht in Ordnung, da hatte der Ministerpräsident mit seiner optimistischen Prognose recht gut gelegen.

Die Ehrung als „MVP“ ging an Denise Hanke (Schwerin) sowie Sofija Medic.

Stimmen zum Spiel:
Kapitän Antonia Stautz: „Wir haben nach dem 0:2 nie aufgegeben, jeder hat sich reingekniet und wollte den Fans in der ausverkauften Halle zeigen, dass wir uns nicht unterkriegen lassen. Im ersten Satz haben wir dann aufgehört, konsequent zu sein und da war es passiert. Schwerin hat dann gut gespielt. Den Zweiten haben wir verpennt, so ist es manchmal, aber wir haben das Ganze dann zurückgedreht. Wir wollten im letzten Heimspiel der Hauptrunde noch einmal alles geben. Ich denke, jetzt sind wir ganz gut für die Playoffs gewappnet“.

Sportdirektor Toni Rieger: „Den ersten Satz hätten wir gewinnen müssen. Nach dem zweiten Satz ist es äußerst bemerkenswert gewesen, das wir so zurückgekommen sind. Wir haben, neben den zwei Punkten, wieder einen Sieg erkämpfen können. Der erste Satz wird uns eine Lehre sein, dass wir in den Playoffs einfach cleverer agieren müssen. Wir haben den Tabellenführer geschlagen ist das Fazit des Spieltages“.