Der SCP entführt einen Punkt aus Stuttgart

Im Meisterschaftsspiel unterlag der als klarer Außenseiter antretende SC Potsdam bei Allianz MTV Stuttgart mit 2:3 (19:25, 15:25, 25:23, 28:26, 12:15) und belegt aber weiterhin mit 29 Punkten und drei Zählern vor dem Dresdner SC den 3. Tabellenplatz.

Die Mannschaft von Cheftrainer Guillermo Hernandez begann mit der Formation Valerie Nichol, Sofija Medic, Antonia Stautz, Ana Escamilla, Lisa Gründing ,sowie Laura Emonts. Weiterhin musste das Team auf die verletzte Brittany Abercrombie verzichten.

Potsdam begann mit viel Druck, einer sicheren Annahme, einem guten Block und agierte auf Augenhöhe mit dem amtierenden Titelträger. Zu den technischen Auszeiten gab es eine zwei Punkteführung (8:6; 16:14) und das überraschte schon. Danach riss der Spielfluss und die Anfangsphase, die bis zum 16:16 ausgeglichen war, ging mit 19:25 an Stuttgart.

Nach dem 5:5 im zweiten Satz hatte der gastgebende Champions-League Teilnehmer in der heimischen SCHARRena das Geschehen deutlich in der Hand und bestimmte dieses zunehmend. Der SC Potsdam fand nicht zum eigenen Können und lag zwischenzeitlich mit 11:19 zurück. Stuttgart zeigte als Spitzenteam seine ganze Klasse und das war auch nicht unerwartet, das 15:25 fiel dann recht deutlich aus. Es kündigte sich ein schnelles 0:3 an.

Doch anschließend ging es enger zu. Der Sportclub hatte sich jetzt besser auf das dynamische Agieren von Allianz MTV eingestellt. Mit ständig wechselnder Führung bis zum 23:23, war es eine ausgeglichene Angelegenheit zwischen beiden Teams und der SC Potsdam brachte es fertig, mit einem ganz anderen Auftreten, als in den vorausgegangenen beiden Spielabschnitten, das 25:23 zu erkämpfen und damit auf 1:2 zu verkürzen.

Jetzt ging es in den 4. Satz, wo die Havelstädterinnen furios begannen (8:2) und nahtlos an das zuvor demonstrierte anknüpfen konnten. Der Cheftrainer wechselte jetzt Annegret Hölzig ein und hatte da ein gutes Händchen. Doch Stuttgart ist nun mal eine Macht in eigener Halle, und konnte den Vorsprung verkürzen. Es war jetzt das Spitzenspiel zwischen dem Zweiten und Dritten der Tabelle, daran hatte Potsdam mit einer deutlichen leistungsmäßigen Steigerung und einem souveränen Auftreten einen wesentlichen Anteil, welche Wirkung zeigte und die Gastgeberinnen, sowie 2251 Zuschauer durchaus beeindruckte. Es entwickelte sich ein echter Satzkrimi, denn ab Mitte des Satzes konnte sich kein Team mit mehr als einem Punkt einen Vorsprung erarbeiten. Dieses Spektakel ging so bis zum 28:26 weiter. Der SC gewinnt diesen Vierten und schaffte einen nie zu erwartenden, aber hochverdienten 2:2 Ausgleich und entführt zu diesem Zeitpunkt bereits einen Zähler aus der SCHARRena!

Kann das Guillermo-Team den Erfolg aus dem Vorjahr wiederholen?

Es ging spannend in die Entscheidung, wo bei dieser Ausgangskonstellation kaum einer ein Fünfsatzspiel erwartet hatte.  Aber so ist Volleyball und SC Potsdam glaubte an sich und das wurde letztlich auch wenn es dann ein 12:15 gab, mit einem Punkt für die Tabelle belohnt.

Laura Emonts war mit 17 Punkten die erfolgreichste Angreiferin. Ihr standen mit 14 bzw. 13 Zählern Antonia Stautz, sowie Soija Medic kaum nach.

Die Ehrungen als ‚MVP‘ erhielten von den Cheftrainern in diesem Spiel Valerie Nichol sowie Martina Samadan (Stuttgart).

Sportdirektor Toni Rieger äußerte sich nach dem Fight: „Wir haben verdient einen Punkt gewinnen können. Die Mannschaft hat gut begonnen, aber dann den Faden verloren. Der zweite Satz gehörte dann klar Stuttgart. Im dritten Abschnitt ging ein Ruck durch das Team und wir sind wieder gut in das Spiel gekommen. Die Mannschaft hat sich mit enormen Kampfgeist diesen und den folgenden Satz gesichert, was viel Kraft gekostet hat, die uns dann zum Schluss gefehlt hat. Kommende Woche müssen wir an diese Leistung im Heimspiel gegen die Ladies in Black aus Aachen anknüpfen“.

Foto: Tom Bloch