Die Ära Marta Drpa ist beim SC Potsdam beendet

Die Topscorerin sucht nach drei Jahren auf eigenen Wunsch eine neue Herausforderung.

Die 30 Jahre alte Serbin sagt dazu: „Als ich 2016 nach Potsdam kam, habe ich ein Versprechen abgegeben: Ich verlasse den Verein erst, wenn wir eine Medaille gewonnen haben. Das ist uns in dieser Saison mit Bronze gelungen. Meine Mission ist erfüllt und ich spüre, dass ich eine neue Herausforderung in einer neuen Liga brauche.“ Sie habe mehrere Angebote aus Polen, aber noch sei nichts unterschrieben.

Der Weggang der 1,92 Meter großen Diagonalangreiferin ist ein herber Verlust für den Verein, der in der Vergangenheit immer wieder Topscorerinnen wie Saskia Hippe oder Roslandy Acosta hatte ziehen lassen müssen. Aber keine habe den Sportclub auf der Hauptangriffsposition so geprägt wie Marta Drpa, bestätigt auch Sportdirektor Toni Rieger. „Wir haben Marta viel zu verdanken, sie ist eine außergewöhnliche Spielerin. Sie hat über drei Jahre die Bundesliga geprägt“, sagt er.

 Die Spielerin, die den Unterschied ausmacht

1366 Punkte in 75 Bundesliga-Spielen für den SC Potsdam

Das Besondere der Marke Marta Drpa beschreibt Rieger so: „Sie ist eine Spielerin, die einfach den Unterschied ausmacht. Neben ihrer spielerischen Klasse – ihre außergewöhnlichen und oft auch kuriosen Bälle werden wir und vor allem die Fans vermissen – hat sie die Mannschaft immer wieder mitgerissen. Vor allem in den entscheidenden Spielen, wenn es um etwas ging, war auf sie Verlass. Aus Tiefs hat sie sich wieder herausgearbeitet, neuen Mut gefasst. Ihre dritte Saison war ihre stärkste. Aber ich kann auch verstehen, wenn sie nach drei Jahren neue Herausforderungen sucht.“

Sie habe Potsdam immer als neue Heimat empfunden. „Ich kann mir absolut vorstellen, später wieder für Potsdam zu spielen, weil Potsdam mein Zuhause ist“, meint sie. „Ich habe drei wunderbare Jahre erlebt. Wir hatten viele Aufs und Abs, aber mit einem Happy End. Jetzt habe ich mehr Freunde als zuvor. Mehr kann ich nicht erwarten.“

Trikot mit der Nummer 1 wird drei Jahre nicht vergeben

Zu ihren größten Momenten in der Bundesliga, die sie nie vergessen wird, zählen Siege und Niederlagen. In ihrer ersten Saison das Aus im Viertelfinale gegen Wiesbaden und in der letzten Saison die Pokalniederlage (2:3) im Halbfinale gegen Schwerin. Als große Siege bleiben ihr die Erfolge daheim gegen Dresden und auswärts in den Playoffs in Dresden aus der Saison 2017/18, in diesem Jahr der Sieg in Stuttgart und natürlich die zwei Siege gegen Vilsbiburg, „die uns die Medaille gebracht haben, die wir so sehr wollten“.

Aus Respekt und in Würdigung ihrer Leistung wird die Trikotnummer 1, die Marta Drpa zurecht trug, in den nächsten drei Jahren beim SC Potsdam nicht vergeben. „Im Oktober werden wir sie in einem Bundesligaspiel vor großer Heimkulisse würdig verabschieden“, verspricht Rieger, der in Bezug auf eine Nachfolgerin meint: „Wir hatten immer Topspielerinnen und werden wieder neue haben.“

Wir wünschen Marta Drpa viel Erfolg für die Zukunft!