Dresden ließ sich in Potsdam nicht überraschen

Im Meisterschaftsspiel unterlag der SC Potsdam dem Dresdner SC 1898  vor 1015 Zuschauern 1:3 (12:25, 27:25, 10:25, 18:25) und verbleibt vorerst aber weiterhin mit 33 Punkten auf dem 4. Tabellenplatz.

Es war sicherlich nicht das erwartete große Aufeinandertreffen zweier in der Tabelle benachbarten (3. und 4. Platz) Teams. Dennoch gingen beide Mannschaften hoch motiviert in diesen Fight, die Punkte in dieser wichtigen Phase der Meisterschaft, wo es jetzt um die guten Playoffplätze geht, auf die eigene Habenseite zu bringen. Das hatten beide Teams im Vorfeld des Spiels deutlich zum Ausdruck gebracht, womit auch für die richtige Würze im Vorfeld gesorgt wurde.

Dresden begann mit viel Druck und bereitete den Gastgebern in der MBS Arena etliche Probleme in der Annahme, aber auch das Zuspiel funktionierte nicht. Die Elbestädter waren sofort da und hatten das Geschehen fest in den Händen und ließen dem SC Potsdam kaum Entfaltungsmöglichkeiten. Schnell war das deutliche 12:25 erreicht.

Da war man in der Halle auf die Reaktion des Teams von Cheftrainer Guillermo Hernandez nach diesem Auftritt gespannt. Und die kam!

Ein ganz anderer SC Potsdam stand im zweiten Satz plötzlich auf dem Feld. Da war das zu sehen, was man erwartet hatte. Was im ersten Satz nicht funktionierte, klappe jetzt. Die Gastgeber lagen  nahezu durchgängig in Führung und enteilten zwischenzeitlich auf 19:15. Doch die routinierten Gäste wollten das nicht stehen lassen und glichen in der Endphase zum 22:22 sowie 25:25 aus, ehe Potsdam den Satz 27:25 für sich entscheiden und zum 1:1 gegen den Tabellendritten ausgleichen konnte.

Das war nach diesem Auftakt so nicht zu erwarten, machte aber Hoffnung auf mehr, da erinnerte man sich, dass man die Sachsen schon mal bezwingen konnte. Der Spielabschnitt hat aber auch deutlich gemacht, dass man gegen ein übermächtiges Dresden Punkten kann, wenn man sich der eigenen Mittel besinnt und sie anbringt.

Leider waren die Hoffnungen schnell vorbei, denn der dritte Abschnitt war eine Kopie des ersten Satzes. Da lief sehr wenig in den Reihen bei Potsdam zusammen – eigentlich agierte nur der DSC und das sehr deutlich, was nach der zuvor gezeigten Leistung so in eigener Halle nicht zu erwarten war, wo man an Dresden dran war.

Im vierten Satz lief es dann etwas besser, ohne aber eine Kehrtwende im Spiel zu erreichen. Durch die Summe der Eigenfehler, konnte beim SC Potsdam das zweifelsfrei vorhanden Leistungsvermögen nicht zum Tragen gebracht werden. Nach dem 18:25, nahm das Team von Alexander Waibl die drei Punkte mit auf die Rückreise.   

Sportdirektor Toni Rieger hätte sich sicherlich einen anderen Ausgang des Vergleiches gewünscht, lobte aber trotz des Ergebnisses den Auftritt der jungen Spielerinnen um Natalie Wilczek, die zu Recht neben Sasa Planinsec (DSC) als MVP geehrt wurde, übrigens die Zweite in dieser Saison. „Wenigstens ein Punkt für uns, wäre nicht schlecht gewesen, aber wir blicken jetzt auf die bevorstehenden Spiele und da wollen wir es besser machen“, bemerkte nach der Auszeichnung die Mittelblockerin Natalie Wilczek.

Am Ende hatte das Spiel einen Ausgang, welcher der Normalität entspricht. Der zu den drei Großen der Liga zählende Dresdner SC, ließ eine mögliche Verschiebung des Kräfteverhältnisses nicht zu, dass war auch bei dieser erfahrenen Mannschaft nicht zu erwarten, obwohl der SC Potsdam mit viel Erwartungen in diese Aufgabe ging.