Über die Weltcups zu Olympia

PNN – Mitte Januar 2018 möchten Lisa-Marie Buckwiz, Kevin Kuske und Christian Poser, dass ihre Namen auf einer bestimmten Liste stehen – der deutschen Nominierungsliste für die Winterspiele in Pyeongchang. Dafür müssen sich die Potsdamer Bob-Anschieber nun international behaupten.

Nun wird es heiß auf dem Eis. Am 9. November erfolgte für die Bobsportler der Start in die Olympiasaison. Der Auftakt wird mit dem Weltcup im US-amerikanischen Lake Placid gemacht, ehe sich noch zwei weitere Weltcupstationen in Übersee anschließen. Die weite Reise über den Atlantik haben auch die Potsdamer Kevin Kuske, Christian Poser und Lisa-Marie Buckwitz angetreten, die vom Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) mit ihren Teams nominiert wurden. Für alle drei Anschieber des SC Potsdam ist das große Ziel, die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen vom 9. bis 25. Februar 2018 in Pyeongchang.

Für den vierfachen Olympia-Goldmedaillengewinner Kevin Kuske, der zur Crew von Pilot Nico Walther (Oberbärenburg) gehört, wäre es der fünfte Auftritt unter den fünf Ringen. Christian Poser, ebenfalls ein Walther-Mitstreiter, schob bereits 2014 in Sotschi den Vierer in den olympischen Eiskanal. Für die zweifache Junioren-Weltmeisterin Lisa-Marie Buckwitz, die hinter der ehemaligen Potsdamer Diskuswerferin Stephanie Schneider (Oberbärenburg) sitzt, wäre der Start in Südkorea die persönliche Olympiapremiere. „Für mich war es immer ein Traum, da teilzunehmen“, sagt die 22 Jahre alte ehemalige Siebenkämpferin, die sich perspektivisch auch eine Karriere als Pilotin vorstellen kann.

Potsdamer überzeugten in den bisherigen Tests

Die Bobsportler des BSD testeten bereits zweimal die Bahn in Pyeongchang. „Sie ist technisch äußerst anspruchsvoll und hat eine lange Startstrecke, da sind gerade wir Anschieber gefordert“, charakterisiert Lisa-Marie Buckwitz die eisige Rinne. Doch bevor der Olympiatraum Realität wird, müssen entsprechende Ergebnisse bis zum 14. Januar 2018 eingefahren werden. Danach werde durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) die Olympiamannschaft nominiert, erklärt Bob-Chefbundestrainer Rene Spies. Die Kriterien für eine Berufung sind durch den DOSB klar formuliert: Ein Team muss zweimal auf das Weltcup-Podium fahren oder dreimal unter die besten Acht kommen. „Dieses wird vor allem für die Frauen nicht leicht werden. Man weiß ja, dass wir in Nordamerika starten. Da haben wir wenig Training und andere Bedingungen als in Europa“, sagt Spies, für den diesen Winter die Weltcup-Gesamtwertung von besonderer Bedeutung ist. Pro Disziplin – Zweier und Vierer bei den Männern sowie Damen-Zweier – hat Deutschland zwei Olympiastartplätze sicher. Es ist aber jeweils ein weiterer möglich, wenn eine BSD-Besatzung in der entsprechenden Endabrechnung der internationalen Wettkampfserie unter die Top 3 (Männer) beziehungsweise Top 2 (Frauen) kommt.

Daher wird auch volle Energie in die Weltcups gesteckt. Anders als etwa im Vorjahr sollen nun die vom Verband nominierten Crews alle Stationen mitmachen – vorausgesetzt sie erbringen die erhofften Platzierungen und es gibt keine Verletzungsausfälle. Dabei fahren die Männerteams mit ihren Stammanschiebern im Zweier- sowie Viererbob. Bei den Frauen werden die Anschieberinnen vor Ort durch den Chefbundestrainer benannt. „Damit soll erreicht werden, dass die leistungsstärksten Athletinnen die Zweier anschieben“, erläutert der Potsdamer Stützpunkttrainer Jörg Weber. Und er fügt hinzu, dass Lisa-Marie Buckwitz beste Einsatzchancen habe, denn sie konnte bei allen Tests bisher überzeugen. Aber auch Kevin Kuske und Christian Poser bewiesen während der Leistungsüberprüfungen, dass sie hervorragend in der Spur Richtung Pyeongchang liegen.

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Die Weltcup-Stationen:

1.  Lake Placid (USA)
     9./10. November

2.  Park City (USA)
     17./18. November

3.  Whistler (Kanada)
     24./25. November

4.  Winterberg (Deutschland)
     8. bis 10. Dezember

5.  Igls (Österreich) inklusive EM
     15. bis 17. Dezember

6.  Altenberg (Deutschland)
     5. bis 7. Januar

7.  St. Moritz (Schweiz)
     12. bis 14. Januar

8.  Königssee (Deutschland)
     19. bis 21. Januar