Jede Stimme zählt

Liebe SC Potsdam-Mitglieder, liebe Freunde des Olympischen Sports, wir benötigen eure Unterstützung!
Der Weltleichtathletikverband IAAF will das 50 Kilometer Gehen aus dem Programm von Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften streichen. Das könnte schon nächste Woche auf dem IAAF-Council-Meeting in London passieren. Wir sagen, die 50km Gehen müssen bleiben! Bitte stimmt kurz für den Erhalt ab – jede Stimme zählt:

https://www.change.org/p/ioc-iaaf-keep-the-50km-race-walk-in-the-olympics?recruiter=26057956&utm_source=share_petition&utm_medium=facebook&utm_campaign=share_facebook_responsive&utm_term=mob-xs-share_petition-custom_msg

Schocknachricht für die Olympia-Geher Christopher Linke, Hagen Pohle und Nils Brembach vom SC Potsdam. Der Weltleichtathletikverband IAAF will das 50 Kilometer Gehen aus dem Programm von Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften streichen. Das könnte schon nächste Woche auf dem IAAF-Council-Meeting in London passieren.

„Das ist unglaublich, was hier hinter dem Rücken der Sportler passiert“, berichtet Linke, der sich mit den anderen Gehern gerade im tschechischen Podebrady aufhält, wo das Potsdamer Trio am Samstag über 20 Kilometer antritt. Der Wettkampf gilt als Qualifikation für die WM im August in London.

Internationale Petition mit über 1500 Unterschriften

„Es kursiert hier eine Petition mit inzwischen 1500 Unterschriften gegen die Abschaffung der 50 Kilometer Gehen“, erzählt Linke weiter. Auch die Olympiasieger Jared Tallent (Australien) von 2012 und Matej Toth (Slowakei) von 2016 haben unterschrieben. Die Sportler wenden sich direkt an Thomas Bach, den Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), und an IAAF-Präsident Sebastian Coe. Die Geher fordern eine Beibehaltung bis 2020 – inklusive der 20 km für die Frauen – und für die Zeit danach eine Mitarbeit bei möglichen Veränderungen. „Wenn wir uns jetzt nicht wehren, dann ist es passiert“, so Linke. „Es ist eine Frechheit von den Funktionären der IAAF, dies ohne Zustimmung der betroffenen Athleten durchzudrücken. Wenn erst eine Strecke abgeschafft ist, dann wird es das Gehen bald überhaupt nicht mehr geben.“
Statt 20 Kilometer die Halbmarathonstrecke

Damit nicht genug soll künftig statt der 20 Kilometer die Halbmarathonstrecke von 21,1 Kilometer gegangen werden. „Warum?“, fragt Linke fassungslos. „Die 20 Kilometer sind seit Jahrzehnten etabliert.“ Mithin hätten die Geher statt zwei ab WM 2019 und Olympia 2020 nur noch eine Startchance. Bundestrainer Ronald Weigel, der auch Heimtrainer der Potsdamer Nationalkader ist und 1983 erster Weltmeister im 50 km Gehen wurde sowie 1988 Silber und 1992 Bronze bei Olympia auf dieser Strecke gewann, meint: „Die IAAF will das Olympia-Programm attraktiver machen. Die 50 Kilometer passen da offenbar nicht mehr rein. Das ist eine harte, lange Strecke. Aber es gibt international nun mal viele Geher, die gerade für diese Distanz prädestiniert sind.“
Seit 1932 im Olympia-Programm

Pohle, der im Vorjahr in Rio über 50 Kilometer gestartet war und als große Hoffnung für Tokio 2020 über den langen Kanten gilt, meint: „Wir haben nur durch interne Informationen dadurch erfahren. Das werden wir nicht hinnehmen und uns dagegen wehren.“ Das 50 Kilometer Gehen gibt es seit 1932 bei Olympia. Linke fürchtet: „Wir Geher haben keine Lobby.“ Aber anders als in Deutschland gibt es zum Beispiel in Irland und in Japan starke Interessen am Gehsport.

Von Peter Stein / MAZ