Gründing und Dreblow verlassen den Verein

Dem Volleyball-Bundesligisten SC Potsdam steht ein größerer Aderlass bevor als ursprünglich geplant – allen voran verlassen mit Lisa Gründing und Sophie Dreblow zwei Urgesteine den Verein. Mittelblockerin Gründing war seit 2011 im Erstliga-Team und damit die dienstälteste Spielerin im Kader. Libera Dreblow kam bereits als Teenager von Schwedt an die Sportschule nach Potsdam, war Junioren-Nationalspielerin.

Gründing hat es bis zur Nationalspielerin gebracht

SC-Sportdirektor Toni Rieger gibt zu: „Das war von Vereinsseite so nicht geplant. Aber wir müssen die Entscheidungen der Sportlerinnen akzeptieren.
Lisa kam vom Zweitligisten Langenhagen zu uns, hat sich hier wirklich durchgekämpft.“ Vor allem unter Trainer Alberto Salomoni hatte sie es schwer. Als sich die Stammmittelblockerinnen Bernarda Cutuk und Kathy Radzuweit in der Saison 2014/15 verletzten, wurde aus der Außen-Annahme-Spielerin Gründing eine Mittelblockerin. Auf dieser Position kam sie immer besser zurecht. In der Saison 2016/17 machte Trainer Davide Carli aus ihr gar eine Nationalspielerin. Lisa Gründing gehörte im Vorjahr zum deutschen EM-Aufgebot und ist auch derzeit wieder beim Lehrgang der Nationalmannschaft, die sich auf die WM im September vorbereitet. Die 26-Jährige sagt zu ihrem Weggang: „Ich suche eine neue Herausforderung. Ich hatte eine gute Zeit in Potsdam und bin dem Verein sehr dankbar. Aber jetzt ist die Zeit für einen Wechsel gekommen.“ Wohin sie geht, wollte sie noch nicht sagen. Aber es soll sich um einen Verein in der Bundesliga handeln.

Rieger ist von Dreblow enttäuscht

„Lisa hat bei uns eine Entwicklung genommen, die ihr nicht viele zugetraut haben. Da hat sie Willen und Sportsgeist gezeigt. Sie hat mit 25 Jahren den Durchbruch geschafft, da hätten viele längst vorher aufgegeben“, sagt Rieger. „Ich finde es schade, dass sie geht. Wir werden sie bei einem unserer Heimspiele in der nächsten Saison würdig verabschieden.“

Zum Weggang von Sophie Dreblow (19) erklärt Rieger: „Das ist eine absolute Enttäuschung für mich. Wir haben über all die Jahre viel in sie investiert, sie aufgebaut. Sie sollte eine Sportförderstelle bei der Landespolizei erhalten, wo sie bereits ein Praktikum absolviert hat. In der letzten Saison wurde sie unsere Stammlibera, das sollte sie auch in der nächsten sein.“ Laut dem Manager habe Sophie Dreblow nicht akzeptieren können, dass Trainer Carli seit Mitte Januar das System auf ihrer Position zu ihrem Schutz änderte und Ljubica Kecman als zweite Libera für die Annahme brachte. Beide hatten sich fortan in Abwehr (Dreblow) und Annahme (Kecman) abgewechselt. „Doch dieser Systemwechsel hat uns im Spiel stabilisiert, auf Platz sieben und in die Playoffs gebracht“, ist Rieger nach wie vor überzeugt, dass die Entscheidung richtig war. Das Probetraining für neues Personal hat bereits begonnen.

Weitere Abgänge

Zur neuen Saison muss sich der SC auf der Mittelblock-Position neu aufstellen. Neben Lisa Gründing steht auch Ivona Svobodnikova nicht mehr zur Verfügung. Die Kapitänin, die seit 2016 für den SC spielte, nimmt sich nach Vereinsangaben „aus persönlichen Gründen eine Auszeit“.

Verlassen werden den Verein auch die beiden Serbinnen Natasa Cikiriz und Ljubica Kecman.

Zuspielerin Ann-Marie Knauf beendet ihre Volleyball-Karriere.

Co-Trainer Riccardo Boieri hat seine Zusammenarbeit mit dem SC Potsdam ebenfalls beendet.

Wir bedanken uns bei allen Spielerinnen und bei Riccardo für die gute Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren und wünschen ihnen auf ihren weiteren Wegen alles Gute!