Neuer Schwung durch neue Spielerinnen

Beim Volleyball-Bundesligisten SC Potsdam gibt es einen größeren Umbruch. Acht neue Spielerinnen gibt es im 13-köpfigen Kader. Manager Toni Rieger äußert sich zu den Gründen.

Potsdam. Bis zum Saisonstart am 31. Oktober beim VC Wiesbaden ist für den Volleyball-Bundesligisten SC Potsdam zwar noch viel Zeit, aber der Verein hat den Kader für seine zehnte Saison im Oberhaus bereits komplett. Am 22. August erfolgt der Trainingsauftakt, wie Manager Toni Rieger (41) berichtet. Im Interview spricht er über das Für und Wider bei der Kaderplanung.

Sie haben 13 Spielerinnen für die Saison 2018/19 unter Vertrag. Ist der Kader nun komplett?

Toni Rieger: Ja, so wie es im Moment ausschaut, wollen wir in die neue Saison starten.

Der Umbruch war wohl noch nie so groß – oder?

Das kann man so nicht sagen. Vor zwei Jahren gab es auch sechs Neuzugänge und dazu noch einen neuen Trainer. Diesmal haben wir acht Neuzugänge, wobei festzuhalten ist, wir wurden zu dem größeren Umbruch auch gezwungen. Geplant war das ursprünglich nicht.

Inwiefern?

Zuspielerin Denise Imoudu hatten wir ein Angebot gemacht. Dann hat sie sich aber für die Ladies in Black Aachen entschieden ebenso wie Mittelblockerin Lisa Gründing. Dass beide nun für den Bundesliga-Rivalen spielen, hängt sicher auch damit zusammen, dass die dortige Cheftrainerin Saskia van Hintum auch Co-Trainerin der deutschen Nationalmannschaft ist. Sei es drum, wir haben wieder einen Kader aufgestellt, der überraschen kann so wie 2016/17. Wir bringen neuen Schwung rein – und das war nach der schwierigen letzten Saison auch notwendig.

Lange Zeit hielt sich das Gerücht, dass die Slowakin Nikola Radosova zum SC Potsdam zurückkehrt. Nun hat sie beim Dresdner SC unterschrieben.

So ist es leider. Wir waren uns auch schon einig, das ist besonders bitter. Wir haben das den Dresdnern auch mitgeteilt, dass sie über ihre Managerin bei uns schon zugesagt hatte. Hätten wir einen Millionen-Etat wäre das sicher kein Thema gewesen.

Auf den ersten Blick fällt auf, dass die neue Potsdamer Mannschaft sehr jung ist, sie weiter auf den eigenen Nachwuchs setzen.

Das gehört zu unserer Vereinsphilosophie. Wir wollen die jungen Spielerinnen Stück für Stück an das Bundesliga-Niveau heranführen. Emilia Weske und Natalie Wilczek haben das schon in der vergangenen Saison gut gelöst. Nun kommen noch Frances Kauffmann und Roxana Vogel hinzu. Letztere hat schon in den Nachwuchsnationalmannschaften gespielt. Sie wird von der US-Amerikanerin Alexa Dannemiller viel lernen können.

Mit Marta Drpa, Anne Hölzig und Antonia Stautz blieben nur drei Stammspielerinnen der vergangenen Saison übrig. Welche neuen Leistungsträgerinnen sehen Sie in der Mannschaft?

Zuspielerin Alexa Dannemiller spielte 2016/17 beim Meister Schweriner SC, die mit ihr befreundete Mittelblockerin Nia Grant in derselben Saison bei MTV Stuttgart, Außenangreiferin Eva Hodanova war zuletzt zwei Jahre beim Dresdner SC – sie bringen also alle Bundesliga-Erfahrung mit. Das hilft uns natürlich, sie wissen, worauf sie sich einstellen müssen. Die Außen-Annahme-Position haben wir vierfach besetzt. Neben Anne Hölzig und Antonia Stautz sind wir hier mit der erwähnten Eva Hodanova und Silvana Chausheva sehr gut aufgestellt. Letztere spielt in der bulgarischen Nationalmannschaft und wird erst nach der Weltmeisterschaft im Herbst zu uns stoßen. Wegen der WM beginnt ja die Bundesliga-Saison in diesem Jahr etwas später. Aber damit können wir leben.

In der vergangenen Spielzeit lief es zum Auftakt überhaupt nicht rund und die Mannschaft lief dann die gesamte Saison dem Punkterückstand nach. Welche Lehren haben Sie daraus mit Trainer Davide Carli für die anstehende Vorbereitung gezogen?

Wir müssen alles daran setzen, mit einer eingespielten Truppe erfolgreich zu starten. Denn wenn du die ersten Bundesligaspiele gewinnst, bringt das gleich Selbstvertrauen. Dann läuft die Saison ganz anders. Deshalb werden wir auch drei Vorbereitungsturniere bestreiten, darunter auch wieder unser Potsdamer Volleyball-Masters vom 5. bis 7. Oktober.

Von Peter Stein / MAZ