Überstunden im Training der Volleyballerinnen

MAZ – Volleyball-Bundesligist SC Potsdam ist am Mittwochabend (Anpfiff: 19 Uhr) klarer Außenseiter gegen Schwerin. Doch Trainer Davide Carli setzt auf einen ganz besonderen Glücksbringer.
Am Mittwochabend bekommt Davide Carli eine ganz besondere Unterstützung. Der Trainer des Volleyball-Bundesligisten SC Potsdam ist vor zwei Wochen Vater geworden. Söhnchen Matteo war bei der Geburt 57 Zentimeter groß und 3680 Gramm schwer. Mit der Mutter, die unter ihrem Mädchennamen Janine Völker für die deutsche Nationalmannschaft spielte, wird Matteo am Mittwochabend in der MBS-Arena sein. Ab 19 Uhr empfängt der SC Potsdam den SSC Palmberg Schwerin.

Janine Carli war einst sehr erfolgreich für Schwerin aufgelaufen und kennt dort noch viele Spielerinnen. „Deshalb kommt sie natürlich gerne in die Halle. Ob sie dann das ganze Spiel bleibt, muss sie sehen“, sagt Davide Carli. Ohrenschützer für Matteo seien jedenfalls vorhanden.

„Keine Katastrophe“

Der Trainer muss sich jedoch auf das Match konzentrieren. Denn für den Tabellenachten geht es darum, den Playoffplatz zu behaupten, auch wenn der Tabellendritte Schwerin klar favorisiert ist. Potsdam hat 13 Zähler aus 13 Partien auf dem Konto. Carli: „Damit bin ich nicht zufrieden. Aber mit Blick auf unsere junge Mannschaft ist das auch keine Katastrophe.“ Verfolger VfB Suhl macht sich bei neun Zählern aus 14 Spielen noch Hoffnung, Potsdam Platz acht und damit die Playoff-Teilnahme wegzuschnappen. „Suhl kann uns noch gefährlich werden, wir müssen den achten Platz verteidigen“, fordert Carli, der mit seiner Frau in Schwerin ein Haus gebaut, in Potsdam aber eine Dienstwohnung hat.

Nach der 0:3-Niederlage in Münster hatte Carli eineinhalb Wochen Zeit, um mit der Mannschaft zu arbeiten. Er habe die ungewöhnlich lange Vorbereitungsphase gut genutzt, meint der 34-Jährige. „Wir haben die Aufmerksamkeit auf kleine Dinge gelegt.“ So habe die Truppe etwa an der Annahme und an der Präzision bei einfachen Schlägen gearbeitet. „Das ist wichtig bei einer jungen Mannschaft.“ Man habe außerdem ein paar andere Kombinationen einstudiert. „Aber wir spielen nun keinen total anderen Volleyball.“ Carli konnte die Übungseinheiten auch mal ein wenig ausdehnen, was bei einem engen Spielrhythmus kaum möglich ist. So ließ der Italiener bis zu drei Stunden trainieren. „Wir haben dann aber auch auf die Regeneration geachtet.“

Potsdam ohne Druck

So gehen die Potsdamerinnen sehr frisch in das Spiel gegen die Schwerinerinnen, die vergangenen Donnerstag im CEV-Pokal-Achtelfinale das Hinspiel gegen Chimik Juschni (Ukraine) mit 3:0 gewannen. Das Rückspiel steigt am Dienstag kommender Woche. In der Bundesliga setzte sich Schwerin am Samstag mit 3:0 (29:27, 25:17, 26:24) gegen Suhl durch. Dass zwei Sätze überraschend eng waren, möchte Carli nicht überbewerten: „Nur 3:0 Sätze zählen.“ An einen Fitnessvorteil seines Teams glaubt der Italiener derweil nicht. „Schwerin hat einen großen und starken Kader. Jeder Wechsel ist ein guter Wechsel.“

Außerdem sei der morgige Gegner wegen seiner internationalen Aufgaben an den Samstag-Mittwoch-Samstag-Rhythmus gewöhnt. „Sie haben die Erfahrung damit.“ Daher sei Schwerin der Favorit. „Aber wir haben nichts zu verlieren, können frei aufspielen. Die wichtigen Spiele für uns kommen noch.“ Wenn Söhnchen Matteo Glück bringt, muss er freilich zu den folgenden Heimspielen auch kommen.

Von Ronny Müller

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